WM 1974 in Deutschland

Die WM 1974 war die erste Fußball-Weltmeisterschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Weltmeister wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft. Für dieses Turnier hatte sich außerdem die Fußballnationalmannschaft der DDR qualifiziert. Das Team von Trainer Georg Buschner gewann prompt gegen die westdeutschen Gastgeber.

Allgemeines zur WM 1974

WM 1974 Statistik

AustragungsortBR Deutschland
WeltmeisterBR Deutschland
Teilnehmer16
Partien38
Tore97
Tore (Ø)2,55
TorschützenkönigGrzegorz Lato (Polen)
7 Tore
Gelbe Karten87
Gelbe Karten (Ø)2,29
Rote Karten5
Rote Karten (Ø)0,13
Zuschauer1.744.022
Zuschauer (Ø)46.685

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Zusammenfassung WM 1974

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 brachte einige Neuerungen mit sich. Zunächst einmal musste ein neuer WM-Pokal her, da der erste – nach dem dritten WM-Triumph 1970, in den Besitz der brasilianischen Seleção übergegangen war. Der neu kreiirte Pokal ist die heute bekannte Trophäe. Im Gegensatz zu seinem Vorgängermodell verbleibt er nämlich dauerhaft bei der FIFA – das Siegerteam erhält lediglich eine Nachbildung.

Des Weiteren gab es eine Änderung des Turniermodus. Weil die FIFA viele Top-Teams möglichst lange Zeit im Turnier halten wollte, wurde eine zweite, auf die Vorrunde folgende Gruppenphase, die Zwischenrunde, eingeführt.

Turniersieg mit Fleiß statt Wunder

20 Jahre nach dem Wunder von Bern sicherte sich die westdeutsche Fußball­nationalmannschaft im eigenen Land zum zweiten Mal den WM-Titel. Die deutsche Elf von Bundestrainer Helmut Schön um Paul Breitner, Sepp Maier, Berti Vogts, Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath und natürlich Gerd Müller lieferte eine passable Leistung ab. Sie spielte nach der Niederlage gegen die DDR vor allen Dingen engagiert und kämpferisch. Außerdem profitierte sie von einer starken Hintermannschaft, die gerade einmal 4 Gegentore zuließ. Die DFB-Auswahl belohnte sich damit auch nachträglich für die gute Leistung bei den Weltmeisterschaften 1966 und 1970, wo sie jeweils unglücklich unterlegen war.

Der totale Fußball

Die spielerisch beste Mannschaft war aber zweifellos das Team in Oranje. In Amsterdam herrschte Anfang der 1970er Jahre Aufbruchstimmung. Der Fußballlehrer Rinus Michels hatte, gemeinsam mit seinem Team Ajax Amsterdam, eine neue Spielphilosophie entwickelt, den Totaalvoetbal (totaler Fußball). Dabei routierte die gesamte Mannschaft. Verteidiger stießen ins Mittelfeld vor, Mittelfeldspieler sicherten im Gegenzug ihre Position ab. Das Team griff, bei gegnerischem Ballbesitz gemeinsam an – das Pressing war geboren.

Weitere Kennzeichen: Ballbesitzfußball sowie ausschließlich technisch versierte Fußballer. Ein Eckpfeiler dieser Spielphilosophie war der Ajax-Kapitän Johan Cruyff. Nachdem Amsterdam von 1971 bis 1973 drei Mal in Folge den Pokal der Landesmeister eingestrichen hatte, folgte König Johan seinem Lehrmeister Michels nach Barcelona, wo er später als Trainer diesen Spielstil weiter kultivieren sollte. Die spanische Erfolgsserie von 2008 bis 2012 mit zwei EM- und dem WM-Titel 2010 war unverkennbar auf das Konzept vom Totalen Fußball zurückzuführen. So sah es auch Pep Guardiola, einer der zahlreichen Cruyff-Jünger und langjähriger Trainer von Barcelona: „Errichtet hat unsere Kathedrale Cruyff. Wir halten sie lediglich instand.“

Holland scheitert an sich selbst

Jedenfalls präsentierten Lehrmeister Michels, der sich für das Turnier als Bondscoach verpflichten ließ, und sein gelehrigster Schüler Cruyff 1974 einer erstaunten Weltöffentlichkeit ihre Künste. Hollands Gegner waren sichtlich irritiert und perplex, insbesondere angesichts des aggressiven Pressings der Elftal. Zum schönsten Spiel der WM avancierte die Zwischenrundenpartie Holland gegen Brasilien. Entfesselte Holländer ließen dem amtierenden Weltmeister nicht den Hauch einer Chance und gewannen mit 2:0.

Auch im Endspiel schaltete und waltete Oranje zunächst nach Belieben. Erst die einsetzende niederländische Überheblichkeit sowie die ungezähmte Kampfkraft der deutschen Elf brachten der Partie die entscheidende Wende.

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Wo und wann fand die WM 1974 statt?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde vom 13.6. bis zum 7.7.1974 in der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen. Nach der Olympiade in München 1972 war die WM die zweite Sportgroßveranstaltung, welche die Bundesrepublik ca. 30 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg organisieren durfte. Bei dem Turnier trafen 16 Mannschaften in insgesamt 38 Partien aufeinander. Gespielt wurde in den Stadien der Städte Hamburg, Berlin, Hannover, Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und München.

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Welche Mannschaften nahmen an der WM 1974 teil?

An der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland nahmen insgesamt 16 Mannschaften aus vier kontinentalen Fußballverbänden UEFA (Europa, 9 Teams), CONMEBOL (Südamerika, 4 Teams), CAF (Afrika, 1 Team), CONCACAF (Nord-. Mittelamerika und Karibik, 1 Team) und OFC (Ozeanien, 1 Team) teil. Hier kann eine Liste der Teilnehmerländer eingesehen werden:

UEFA (Europa, 9 Teams)

  • BR Deutschland (Gastgeber, späterer Weltmeister)
  • DDR
  • Italien
  • Jugoslawien
  • Niederlande
  • Polen
  • Schottland
  • Schweden

CONMEBOL (Südamerika, 4 Teams)

  • Argentinien
  • Brasilien (amtierender Weltmeister)
  • Chile
  • Uruguay

CAF (Afrika, 1 Team)

  • Zaire

CONCACAF (Nord-, Mittelamerika und Karibik, 1 Team)

  • Haiti

OFC (Ozeanien, 1 Team)

  • Australien

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Welche Mannschaft gewann die WM 1974?

Sieger der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland war die bundesdeutsche Auswahl von Helmut Schön. Die DFB-Elf traf zunächst auf Chile (1:0), Australien (3:0) und die DDR (0:1). Anschließend spielte sie in der Zwischenrunde gegen Jugoslawien (2:0), Schweden (4:2) und Polen (1:0). Im folgenden Endspiel konnte sich Deutschland mit 2:1 gegen die Mannschaft aus den Niederlanden durchsetzen. Für die DFB-Auswahl war es der zweite WM-Triumph nach 1954.

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Welche Spiele wurden bei der WM 1974 ausgetragen?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Westdeutschland wurden insgesamt 38 Spiele ausgetragen. Der Modus hielt einige Änderungen parat: Auf die (gewohnte) Vorrunde, in der vier Mannschaften in vier Gruppen gegeneinander antraten, folgte eine weitere Gruppenphase, die sogenannte Zwischenrunde. Hier spielten die Tabellenersten und Tabellenzweiten der Vorrunde in zwei Vierergruppen gegeneinander. Während die jeweiligen Gruppensieger das Finale erreichten, kämpften die beiden Zweiten im kleinen Finale um den dritten Platz. Es folgt eine Auflistung der Spielpaarungen:

WM 1974 – Spiele & Ergebnisse

Vorrunde
Gruppe 1
  • BR Deutschland vs. Chile (1:0)
  • DDR vs. Australien (2:0)
  • Australien vs. BR Deutschland (0:3)
  • Chile vs. DDR (1:1)
  • Australien vs. Chile (0:0)
  • DDR vs. BR Deutschland (1:0)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.DDR35:14:1
2.BR Deutschland34:24:1
3.Chile32:41:2
4.Australien31:50:5
Gruppe 2
  • Brasilien vs. Jugoslawien (0:0)
  • Zaire vs. Schottland (0:2)
  • Jugoslawien vs. Zaire (9:0)
  • Schottland vs. Jugoslawien (1:1)
  • Zaire vs. Brasilien (0:3)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Jugoslawien34:210:1
2.Brasilien34:23:0
3.Schottland34:23:1
4.Zaire30:60:14
Gruppe 3
  • Schweden vs. Bulgarien (0:0)
  • Uruguay vs. Niederlande (0:2)
  • Niederlande vs. Schweden (0:0)
  • Bulgarien vs. Uruguay (1:1)
  • Bulgarien vs. Niederlande (1:4)
  • Schweden vs. Uruguay (3:0)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Niederlande35:16:1
2.Schweden34:23:0
3.Bulgarien32:42:5
4.Uruguay31:51:6
Gruppe 4
  • Italien vs. Haiti (3:1)
  • Polen vs. Argentinien (3:2)
  • Argentinien vs. Italien (1:1)
  • Haiti vs. Polen (0:7)
  • Polen vs. Italien (2:1)
  • Argentinien vs. Haiti (4:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Polen36:012:3
2.Argentinien33:37:5
3.Italien33:35:4
4.Haiti30:62:14
Zwischenrunde
Gruppe A
  • Niederlande vs. Argentinien (4:0)
  • Brasilien vs. DDR (1:0)
  • Argentinien vs. Brasilien (1:2)
  • DDR vs. Niederlande (0:2)
  • Argentinien vs. DDR (1:1)
  • Niederlande vs. Brasilien (2:0)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Niederlande36:08:0
2.Brasilien34:23:3
3.DDR31:51:4
4.Argentinien31:52:7
Gruppe B
  • Jugoslawien vs. BR Deutschland (0:2)
  • Schweden vs. Polen (0:1)
  • Polen vs. Jugoslawien (2:1)
  • BR Deutschland vs. Schweden (4:2)
  • Polen vs. BR Deutschland (0:1)
  • Schweden vs. Jugoslawien (2:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.BR Deutschland36:07:2
2.Polen34:23:2
3.Schweden32:44:6
4.Jugoslawien30:62:6
Spiel um Platz Drei
  • Brasilien vs. Polen (0:1)
Finale
  • Niederlande vs. BR Deutschland (1:2)

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Wer schoss bei der WM 1974 die meisten Tore?

Torschützenkönig wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der BR Deutschland wurde der Pole Grzegorz Lato mit 7 Treffern, dicht gefolgt von dem Holländer Johan Neeskens und dem Polen Andrezej Szarmach mit jeweils 5 Toren. Bester westdeutscher Torschütze war Gerd Müller (4 Tore), für die DDR traf insbesondere Joachim Streich (2 Treffer). Es folgt eine Liste mit den elf erfolgreichsten Torjägern:

RangSpieler (Mannschaft)SpieleToreTore pro Spiel
1.Grzegorz Lato (Polen)771
2.Andrezej Szarmach (Polen)650,83
3.Johan Neeskens (Niederlande)750,71
4.Ralf Edström (Schweden)640,67
5.Johnny Rep (Niederlande)740,57
6.Dušan Bajević(Jugoslawien)331
7.René Houseman(Argentinien)630,5
8.Paul Breitner (BR Deutschland)730,43
Johan Cruyff (Niederlande)730,43
Kazimierz Deyna(Polen)730,43
Rivelino (Brasilien)730,43

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Wer war der beste Spieler der WM 1974?

Der Goldene Ball für den besten Spieler des Turniers wird erst seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 offiziell von der FIFA verliehen. Zu den herausragenden Stars der WM 1974 zählten aber zweifellos der deutsche Libero Franz Beckenbauer und der holländische Stürmer Johan Cruyff, die jeweils ihre Mannschaften dirigierten.

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Was war das Maskottchen bei der WM 1974?

Tip und Tap hießen die zwei rotbäckigen Jungs im Fußballtrikot, welche die WM 1974 als Maskottchen begleiteten. Obwohl einige zeitgenössische Beobachter in ihnen Wiedergänger von Max & Moritz erkennen wollten, erinnerten sie eher an brave Buben. Mit Hasenzähnen und zu großen Fußballschuhen wirkten sie vor allem tapsig und harmlos. Kommerziell gesehen, waren Tip und Tap ein voller Erfolg – mit 1,1 Mio. DM für die Rechte am Verkaufserlös erzielten sie ein deutlich höheres Ergebnis als ihre beiden Vorgänger, der Mexikanerjunge Juanito (WM 1970) und der Löwe Willie (1966).

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Was war der offizielle Song der WM 1974?

Der offizielle Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland war Futbol, gesungen von der polnischen Interpretin Maryla Rodowicz. Die Pop- und Rocksängerin war sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR bekannt, da sie auch in deutscher Sprache sang. Viel bekannter ist allerdings der Gassenhauer Fußball ist unser leben, den die westdeutsche Fußball­nationalmannschaft selbst aufgenommen hatte.

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Was war der offizielle Ball der WM 1974?

Der bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 eingesetzte Telstar Durlast blieb im Grunde identisch mit dem erfolgreichen Vorgängermodell von 1970. Er wies ebenfalls das „typische“ Fußball-Design mit den schwarzen und weißen Fünfecken auf und wich lediglich durch Kleinigkeiten wie etwa eine in schwarz gehaltene Beschriftung vom Original ab.

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Deutsche Fußball­nationalmannschaft (West)

Wer erzielte das Siegtor im Endspiel der WM 1974?

Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am 7. Juli 1974 gelang Gerd Müller in der 43. Spielminute der entscheidende Treffer zum 2:1-Sieg der bundesdeutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande. Für Gerhard Müller, den man in Deutschland auch als Bomber der Nation bezeichnet, war es der vierte Treffer im Turnier.

Zunächst war das Team Oranje um Johan Cruyff durch einen von Johan Neeskens verwandelten Foulelfmeter in der zweiten Minute mit 1:0 in Führung gegangen. Anschließend konnte Paul Breitner (25.), ebenfalls per Strafstoß, ausgleichen.

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Wer stand im Kader der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1974

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft bestand beim Titelgewinn bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 aus 22 Spielern. Mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Georg Schwarzenbeck, Hans-Hubert (genannt: Berti) Vogts, Ulrich (genannt: Uli) Hoeneß, Wolfgang Overath und Gerd Müller standen acht Spieler bei allen sieben Spielen auf dem Platz. Trainiert wurde die Mannschaft von Helmut Schön (Bundestrainer) und Jupp Derwall (Co-Trainer); Kapitän war Franz Beckenbauer. Es folgt eine Auflistung des Kaders:

SpielerPositionDamaliger VereinGeburtstagSpieleTore
Wolfgang KleffTorwartBorussia Mönchengladbach16.11.194600
Sepp MaierTorwartFC Bayern München28.02.194470
Norbert NigburTorwartFC Schalke 0408.05.194800
Franz BeckenbauerVerteidigung (Libero)FC Bayern München11.09.194570
Paul BreitnerVerteidigung (Außenverteidiger)FC Bayern München05.09.195173
Horst-Dieter HöttgesVerteidigung (Libero)Werder Bremen10.09.194310
Helmut KremersVerteidigung (Außenverteidiger)FC Schalke 0424.03.194900
Georg SchwarzenbeckVerteidigung (Innenverteidiger)FC Bayern München03.04.194870
Berti VogtsVerteidigung (Außenverteidiger)Borussia Mönchengladbach30.12.194670
Rainer BonhofDefensives MittelfeldBorussia Mönchengladbach29.03.195241
Bernhard CullmannZentrales Mittelfeld1. FC Köln01.11.194931
Heinz FloheOffensives Mittelfeld1. FC Köln28.01.194830
Uli HoeneßOffensives MittelfeldFC Bayern München05.01.195271
Hans-Josef KapellmannDefensives MittelfeldFC Bayern München19.12.194900
Günter NetzerOffensives MittelfeldReal Madrid CF14.09.194410
Wolfgang OverathOffensives Mittelfeld1. FC Köln29.09.194372
Herbert WimmerOffensives MittelfeldBorussia Mönchengladbach09.11.194420
Jürgen GrabowskiSturm (Außenstürmer)Eintracht Frankfurt07.07.194461
Dieter HerzogSturm (Außenstürmer)Fortuna Düsseldorf15.07.194620
Jupp HeynckesSturm (Mittelstürmer)Borussia Mönchengladbach09.05.194520
Bernd HölzenbeinSturm (Außenstürmer)Eintracht Frankfurt09.03.194660
Gerd MüllerSturm (Mittelstürmer)FC Bayern München03.11.194574

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Mit welcher Aufstellung spielte die DFB-Elf bei der WM 1974?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Westdeutschland spielte die DFB-Auswahl in einem 4-3-3 System. Im Tor war Sepp Maier gesetzt. Vor ihm verteidigte eine Viererkette um Libero Franz Beckenbauer, Georg (genannt: Katsche) Schwarzenbeck, sowie Paul Breitner und Berti Vogts auf den Außenbahnen. Im Mittelfeld agierte der 22.-jährige Rainer Bonhof eher defensiv, während Wolfgang Overath und Uli Hoeneß überwiegend offensiv ausgerichtet waren. Im Angriff reüssierte vor allem Gerd Müller, er wurde auf den Außenbahnen zumeist von Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski unterstützt. Als Beispiel folgt die Aufstellung der westdeutschen Nationalmannschaft im Finale gegen die Niederlande:

Deutsche Aufstellung (Finale, Niederlande vs. BR Deutschland, Endstand: 1:2)

Westdeutsche WM-Aufstellung 1974
Westdeutsches WM-Team 1974

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Wer war der Trainer der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1974?

Helmut Schön. Der gebührtige Dresdener führte die DFB-Auswahl zum zweiten WM-Triumph nach 1954. Er hatte die Mannschaft 1964 von Sepp Herberger übernommen und übergab sein Amt 1978 an Jupp Derwall. Im Grunde genommen gilt Schön als sensibler Feingeist und Idealist, welcher der Mannschaft viel Freiraum ließ. Auf jeden Fall ist er (bisher) mit insgesamt 87 Siegen in 139 Spielen und zwei Titeln (EM 1972 und WM 1974) der erfolgreichste Bundestrainer in Diensten des DFB.

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Gegen welche Teams spielte die DFB-Auswahl bei der WM 1974?

Beim Titelgewinn bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land spielte die DFB-Auswahl gegen Chile (1:0), Australien (3:0) und die Deutsche Demokratische Republik (0:1) in der Gruppenphase. Es folgten die Gegner Jugoslawien (2:0), Schweden (4:2) und Polen (1:0) in der Zwischenrunde. Im Finale setzte sich die DFB-Auswahl schließlich mit 2:1 gegen die Niederlande durch. Es folgt eine Auflistung der deutschen Spiele mitsamt der eingesetzten Spieler und Torschützen:

BR Deutschland vs. Chile (1:0)

Gruppe 1, 1. Spieltag

Tor(e): 1:0 Paul Breitner (18.)

Gelbe Karte: Rolando García (1.), Carlos Reinoso (1.), Carlos Caszely (13.)

Rote Karte: Carlos Caszely (68.)

Details

Datum/Ort: 14.6.1974, 16:00 Uhr in West-Berlin (Olympiastadion)

Zuschauer: 81.100

Schiedsrichter: Doğan Babacan (Türkei)


BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner – Uli Hoeneß, Bernhard Cullmann, Wolfgang Overath (77. Bernd Hölzenbein) – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Jupp Heynckes

Trainer: Helmut Schön

Chile

Leopoldo Vallejos – Alberto Quintano – Rolando García, Elías Figueroa, Antonio Arias – Juan Rodriguez (84. Alfonso Lara), Carlos Caszely, Francisco Valdés (Kapitän, 80. Leonardo Véliz), Carlos Reinoso – Guillermo Páez, Sergio Ahumada

Trainer: Luis Álamos

Australien vs. BR Deutschland (0:0)

Gruppe 1, 2. Spieltag

Tor(e): 0:1 Wolfgang Overath (12.), 0:2 Bernhard Cullmann (34.), 0:3 Gerd Müller (53.)

Gelbe Karte: Jimmy Mackay (57.)

Details

Datum/Ort: 18.6.1974, 16:00 Uhr in Hamburg (Volksparkstadion)

Zuschauer: 53.300

Schiedsrichter: Mahmoud Mustafa Kamel (Ägypten)


Australien

Jack Reilly – Peter Wilson (Kapitän) – Doug Utjesenovic, Manfred Schaefer, Colin Curran – Ernie Campbell (46. Attila Abonyi), Ray Richards, Jimmy Mackay, Jimmy Rooney – Adrian Alston, Branko Buljević (61. Peter Ollerton)

Trainer: Rale Rašić (Jugoslawien)

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner – Uli Hoeneß, Bernhard Cullmann (67. Herbert Wimmer), Wolfgang Overath – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Jupp Heynckes (46. Bernd Hölzenbein)

Trainer: Helmut Schön

DDR vs. BR Deutschland (1:0)

Gruppe 1, 3. Spieltag

Tor(e): 1:0 Jürgen Sparwasser (77.)

Gelbe Karte: Jürgen Sparwasser (27.), Jürgen Croy (81.), Hans-Jürgen Kreische (84.)

Details

Datum/Ort: 22.6.1974, 19:30 Uhr in Hamburg (Volksparkstadion)

Zuschauer: 60.200

Schiedsrichter: Ramón Barreto (Uruguay)


DDR

Jürgen Croy – Bernd Bransch (Kapitän) – Gerd Kische, Konrad Weise, Siegmar Wätzlich – Reinhard Lauck, Harald Irmscher (68. Erich Hamann), Lothar Kurbjuweit – Jürgen Sparwasser, Hans-Jürgen Kreische, Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck (68. Horst-Dieter Höttges), Paul Breitner – Uli Hoeneß, Bernhard Cullmann, Wolfgang Overath (69. Günter Netzer) – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Heinz Flohe

Trainer: Helmut Schön

Jugoslawien vs. BR Deutschland (0:2)

Zwischenrunde, Gruppe B, 1. Spieltag

Tor(e): 0:1 Paul Breitner (39.), 0:2 Gerd Müller (82.)

Gelbe Karte: Wolfgang Overath (16.), Berti Vogts (35.), Ivan Buljan (36.), Enver Hadžiabdić (61.)

Details

Datum/Ort: 26.6.1974, 16:00 Uhr in Düsseldorf (Rheinstadion)

Zuschauer: 67.385

Schiedsrichter: Armando Marques (Brasilien)


Jugoslawien

Enver Marić – Josip Katalinski – Ivan Buljan, Enver Hadžiabdić, Dražen Mužinić – Jovan Aćimović, Branko Oblak (84. Jurica Jerković), Ivica Šurjak – Danilo Popivoda, Stanislav Karasi, Dragan Džajić (Kapitän, 84. Ilija Petković)

Trainer: Miljan Miljanić

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner – Herbert Wimmer (73. Uli Hoeneß), Rainer Bonhof, Wolfgang Overath – Bernd Hölzenbein (78. Heinz Flohe), Gerd Müller, Dieter Herzog

Trainer: Helmut Schön

BR Deutschland vs. Schweden (4:2)

Zwischenrunde, Gruppe B, 2. Spieltag

Tor(e): 0:1 Ralf Edström (26.), 1:1 Wolfgang Overath (51.), 2:1 Rainer Bonhof (52.), 2:2 Roland Sandberg (53.), 3:2 Jürgen Grabowski (78.), 4:2 Uli Hoeneß (89., Foulelfmeter)

Gelbe Karte: Ove Grahn (1.)

Details

Datum/Ort: 30.6.1974, 19:30 Uhr in Düsseldorf (Rheinstadion)

Zuschauer: 67.800

Schiedsrichter: Pawel Kasakow (Sowjetunion)


BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner – Uli Hoeneß, Rainer Bonhof, Wolfgang Overath – Bernd Hölzenbein (83. Heinz Flohe), Gerd Müller, Dieter Herzog (65. Jürgen Grabowski)

Trainer: Helmut Schön

Schweden

Ronnie Hellström – Björn Nordqvist – Jan Olsson, Kent Karlsson, Jörgen Augustsson – Staffan Tapper, Ove Grahn, Bo Larsson (Kapitän, 32. Inge Ejderstedt) – Conny Torstensson, Ralf Edström, Roland Sandberg

Trainer: Georg Ericson

Polen vs. BR Deutschland (0:1)

Zwischenrunde, Gruppe B, 3. Spieltag

Tor(e): 0:1 Gerd Müller (76.)

Details

Datum/Ort: 3.7.1974, 17:00 Uhr in Frankfurt am Main (Waldstadion)

Zuschauer: 62.000

Schiedsrichter: Erich Linemayr (Österreich)


Polen

Jan Tomaszewski – Jerzy Gorgoń – Antoni Szymanowski, Władysław Żmuda, Adam Musiał – Henryk Kasperczak (80. Lesław Ćmikiewicz), Kazimierz Deyna (Kapitän), Zygmunt Maszczyk (80. Kazimierz Kmiecik) – Grzegorz Lato, Jan Domarski, Robert Gadocha

Trainer: Kazimierz Górski

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck, Paul Breitner – Uli Hoeneß, Rainer Bonhof, Wolfgang Overath – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Bernd Hölzenbein

Trainer: Helmut Schön

Niederlande vs. BR Deutschland (1:2)

Finale

Tor(e): 1:0 Johan Neeskens (2., Foulelfmeter), 1:1 Paul Breitner (25., Foulelfmeter), 1:2 Gerd Müller (43.)

Gelbe Karte: Berti Vogts (3.), Willem van Hanegem (22.), Johan Neeskens (39.), Johan Cruyff (45.)

Details

Datum/Ort: 7.7.1974, 16:00 Uhr in München (Olympiastadion)

Zuschauer: 78.200

Schiedsrichter: John Taylor (England)


Niederlande

Jan Jongbloed – Arie Haan – Wim Suurbier, Wim Rijsbergen (68. Theo de Jong), Ruud Krol – Wim Jansen, Johan Neeskens, Willem van Hanegem – Johnny Rep, Johan Cruyff (Kapitän), Rob Rensenbrink (46. René van de Kerkhof)

Trainer: Rinus Michels

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Georg Schwarzenbeck, Berti Vogts, Paul Breitner – Rainer Bonhof, Uli Hoeneß, Wolfgang Overath – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Bernd Hölzenbein

Trainer: Helmut Schön

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Wer waren die (west-)deutschen Torschützen bei der WM 1974?

Beim bundesdeutschen Turniersieger stach Gerd Müller als Torschütze mit vier Treffern in sieben Spielen hervor. Den zweiten Platz der deutschen Torjägerliste erreichte Paul Breitner (drei Tore), der in diesem Turnier noch die Position des linken Außenverteidigers einnahm. Insgesamt schoss das DFB-Team 13 Tore und damit fast zwei Tore pro Partie. Es folgt eine Tabelle mit allen deutschen Torschützen:

SpielerDamaliger VereinSpieleToreTore erzielt in Partie:
Gerd Müller FC Bayern München74BR Deutschland vs. Australien (Gruppenphase, Endstand: 3:0)
3:0 (53.)
BR Deutschland vs. Jugoslawien (Zwischenrunde, Endstand 2:0)
2:0 (82.)
BR Deutschland vs. Polen (Zwischenrunde, Endstand 1:0)
1:0 (76.)
BR Deutschland vs. Niederlande (Finale, Endstand: 2:1)
2:1 (43.)
Paul Breitner FC Bayern München73BR Deutschland vs. Chile (Gruppenphase, Endstand: 1:0)
1:0 (18.)
BR Deutschland vs. Jugoslawien (Zwischenrunde, Endstand 2:0)
1:0 (39.)
BR Deutschland vs. Niederlande (Finale, Endstand: 2:1)
1:1 (25., Foulelfmeter)
Wolfgang Overath 1. FC Köln72BR Deutschland vs. Australien (Gruppenphase, Endstand: 3:0)
1:0 (12.)
BR Deutschland vs. Schweden (Zwischenrunde, Endstand: 4:2)
1:1 (51.)
Bernhard Cullmann 1. FC Köln31BR Deutschland vs. Australien (Gruppenphase, Endstand: 3:0)
2:0 (34.)
Uli HoeneßFC Bayern München71BR Deutschland vs. Schweden (Zwischenrunde, Endstand: 4:2)
4:2 (89., Foulelfmeter)
Jürgen Grabowski Eintracht Frankfurt61BR Deutschland vs. Schweden (Zwischenrunde, Endstand: 4:2)
3:2 (78.)
Rainer Bonhof Borussia Mönchengladbach41BR Deutschland vs. Schweden (Zwischenrunde, Endstand: 4:2)
2:1 (52.)

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Welches Lied sang die deutsche Nationalmannschaft im Vorfeld der WM 1974?

„Fußball ist unser Leben“, so tönte es während der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 aus den mittlerweile flächendeckend verbreiteten Fernsehgeräten der Bundesrepublik. Die deutsche Nationalmannschaft legte mit ihrem Gassenhauer den Grundstein für einen Trend, der bis in die 1990er Jahre anhalten sollte: die singende Nationalmannschaft. Eigentlich war lediglich Franz Beckenbauer – durch seinen Hit „Gute Freunde kann niemand trennen“ aus dem Jahr 1966 – mit Gesangserfahrung ausgestattet. Die LP mit weiteren Liedern des Komponisten Jack White verfehlte dennoch nur knapp die Auszeichnung als Goldene Schallplatte.

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Deutsche Fußball­nationalmannschaft (Ost)

Wie schnitt die DDR bei der WM 1974 ab?

Die Fußballmannschaft der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nahm 1974 zum ersten (und einzigen) Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil. Das Team um Trainer Georg Buschner überraschte die Fußball-Experten, indem es den Sieg in der Gruppe I vor der favorisierten Bundesrepublik Deutschland davontrug. Dadurch gelang der DDR der Einzug in die Zwischenrunde. In der Gruppe A erreichte das ostdeutsche Team einen respektablen dritten Platz (vor Argentinien), musste sich jedoch Brasilien und der holländischen Auswahl geschlagen geben. Daher konnte sich die DDR weder für das Finale noch für das kleine Finale (Spiel um Platz 3) qualifizieren.

Der Sieg im Bruderduell

Besondere Brisanz erlangte das letzte Gruppenspiel der Vorrunde am 22. Juni 1974, in dem die DDR gegen das Team der Bundesrepublik antreten musste. Das ostdeutsche Team konnte diese Auseinandersetzung durch ein Tor von Jürgen Sparwasser (77.) mit 1:0 für sich entscheiden. Es war das einzige Aufeinandertreffen der beiden deutschen (Profi-)Teams in der Fußballgeschichte. Allerdings gab es ein zweites Duell auf Amateurebene. Bei der Olympiade 1972 siegte ebenfalls das DDR-Team (3:2) gegen eine westdeutsche Truppe um Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld.

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Wer schoss das Siegtor der DDR gegen die Bundesrepublik Deutschland bei der WM 1974?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 trafen die beiden deutschen A-Nationalmannschaften zum ersten und einzigen Mal aufeinander. Das 1:0-Siegtor für die DDR schoss der ostdeutsche Stürmer Jürgen Sparwasser in der 77. Spielminute.

Politisch brisant, sportlich belanglos

Die politische Brisanz des Spiels lag auf der Hand. Da beide Teams aber bereits für die Zwischenrunde qualifiziert waren, hatte die Partie nur noch einen geringen sportlichen Stellenwert. Allerdings konnte die DFB-Elf durch die Niederlage als Gruppenzweiter in die (allseits leichter eingeschätzte) Gruppe B einziehen und vermied dadurch ein vorzeitiges Aufeinandertreffen mit Holland und dem Mitfavoriten Brasilien. Die ostdeutsche Mannschaft verlor gegen beide (genannten) Mannschaften, erreichte aber noch einen respektablen dritten Gruppenplatz vor Argentinien.

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Wer stand im Kader des ostdeutschen Teams bei der WM 1974?

Das Team der DDR bestand bei der Fußball-Weltmeisterschaft aus 22 Spielern. Mit Jürgen Croy, Bernd Bransch, Gerd Kische, Konrad Weise, Martin Hoffmann und Jürgen Sparwasser standen sechs Spieler in allen sechs Spielen der DDR auf dem Platz. Trainiert wurde das Team von Georg Buschner; Kapitän war Bernd Bransch. Es folgt eine Auflistung der Spieler:

SpielerPositionDamaliger VereinGeburtstagSpieleTore
Wolfgang BlochwitzTorwartFC Carl Zeiss Jena08.02.194100
Jürgen CroyTorwartBSG Sachsenring Zwickau19.10.194660
Werner FrieseTorwart1. FC Lokomotive Leipzig30.03.194600
Bernd BranschVerteidigung (Libero)Hallescher FC Chemie24.09.194460
Joachim FritscheVerteidigung (Außenverteidiger)1. FC Lokomotive Leipzig28.10.195100
Gerd KischeVerteidigung (Außenverteidiger)FC Hansa Rostock23.10.195160
Lothar KurbjuweitVerteidigung (Außenverteidiger)FC Carl Zeiss Jena06.11.195040
Konrad WeiseVerteidigung (Innenverteidiger)FC Carl Zeiss Jena17.08.195160
Siegmar WätzlichVerteidigung (Außenverteidiger)SG Dynamo Dresden16.11.194740
Reinhard LauckDefensives MittelfeldBFC Dynamo16.09.194630
Wolfgang SeguinDefensives Mittelfeld1. FC Magdeburg14.09.194510
Erich HamannZentrales MittelfeldFC Vorwärts Frankfurt (Oder)27.11.194420
Harald IrmscherZentrales MittelfeldFC Carl Zeiss Jena12.02.194640
Hans-Jürgen KreischeOffensives MittelfeldSG Dynamo Dresden19.07.194730
Jürgen PommerenkeOffensives Mittelfeld1. FC Magdeburg22.01.195330
Rüdiger SchnuphaseOffensives MittelfeldFC Rot-Weiß Erfurt23.01.195420
Peter DuckeSturm (Außenstürmer)FC Carl Zeiss Jena14.10.194130
Martin HoffmannSturm (Außenstürmer)1. FC Magdeburg22.03.195561
Wolfram LöweSturm (Außenstürmer)1. FC Lokomotive Leipzig14.05.194540
Jürgen SparwasserSturm (Mittelstürmer)1. FC Magdeburg04.06.194861
Joachim StreichSturm (Mittelstürmer)FC Hansa Rostock13.04.195142
Eberhard VogelSturm (Außenstürmer)FC Carl Zeiss Jena08.04.194330

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Mit welcher Aufstellung spielte die DDR-Elf bei der WM 1974?

Die Nationalmannschaft der DDR spielte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in West-Deutschland abwechselnd in einem 4-3-3 und einem 4-4-2 System. Im Tor stand Jürgen Croy. Vor ihm verteidigte eine Abwehrreihe um Libero Bernd Bransch, Gerd Kische, Konrad Weise und Lothar Kurbjuweit oder Siegmar Wätzlich. Im Mittelfeld wurde viel rotiert: Harald Irmscher, Hans-Jürgen Kreische, Reinhard Lauck und Jürgen Pommerenke kamen am häufigsten zum Zug. Auch Jürgen Sparwasser agierte in einigen Partien im Mittelfeld, dann nahm Joachim Streich seinen Platz als Mittelstürmer ein. Außenstürmer waren Martin Hoffmann und Wolfram Löwe. Als Beispiel folgt die Aufstellung der ostdeutschen Nationalmannschaft im letzten Spiel der Zwischenrunde gegen Argentinien:

Aufstellung DDR-Elf (Zwischenrunde, 3. Spieltag, Argentinien vs. DDR, Endstand: 1:1)

Ostdeutsche WM-Aufstellung 1974
Ostdeutsches WM-Team 1974

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Gegen welche Teams spielte die DDR bei der WM 1974

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) spielte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Westdeutschland zunächst gegen Australien (2:0), Chile (1:1) und die BR Deutschland (1:0) in der Vorrunde. In der Zwischenrunde traf die Mannschaft von Trainer Georg Buschner dann auf Brasilien (0:1), Niederlande (0:2) und Argentinien (1:1). Die DDR schloss die WM 1974 als Gruppendritter in Gruppe A der Zwischenrunde ab und verpasste damit den Einzug in das Finale bzw. das „kleine Finale“ (Spiel um Platz 3). Es folgt eine Auflistung der ostdeutschen Spiele mitsamt der eingesetzten Spieler und Torschützen:

DDR vs. Australien (2:0)

Gruppe 1, 1. Spieltag

Tor(e): 1:0 Colin Curran (Eigentor, 58.), 2:0 Joachim Streich (72.)

Gelbe Karte: Gerd Kische (1.), Eberhard Vogel (1.), Siegmar Wätzlich (1.)

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Datum/Ort: Datum/Ort: 14.6.1974, 19:30 Uhr in Hamburg (Volksparkstadion)

Zuschauer: 17.000

Schiedsrichter: Youssou Ndiaye (Senegal)


DDR

Jürgen Croy – Gerd Kische, Bernd Bransch (Kapitän), Konrad Weise, Siegmar Wätzlich – Jürgen Pommerenke, Harald Irmscher – Wolfram Löwe (57. Martin Hoffmann), Joachim Streich, Jürgen Sparwasser, Eberhard Vogel

Trainer: Georg Buschner

Australien

Jack Reilly – Douglas Utjesenovic, Peter Wilson (Kapitän), Manfred Schaefer, Colin Curran – Ray Richards, James Mackay, James Rooney, John Warren – Adrian Alston, Branko Buljevic

Trainer: Zvonimir Rasic

Chile vs. DDR (1:1)

Gruppe 1, 2. Spieltag

Tor(e): 0:1 Martin Hoffmann (55.), 1:1 Sergio Ahumada (69.)

Gelbe Karte: Leonardo Veliz (56.), Guillermo Paez (60.), Gerd Kische (65.)

Details

Datum/Ort: 14.6.197, 19:30 Uhr in Berlin (Olympiastadion)

Zuschauer: 28.300

Schiedsrichter: Aurelio Angonese (Italien)


Chile

Leopoldo Vallejos – Rolando Garcia, Alberto Quintano, Elias Figueroa, Antonio Arias – Francisco Valdes (Kapitän, 46. Guillermo Yavar), Carlos Reinoso, Guillermo Paez – Jorge Socias (67. Rogelio Farias), Sergio Ahumada, Leonardo Veliz

Trainer: Luis Alamos

DDR

Jürgen Croy – Bernd Bransch (Kapitän), Konrad Weise, Siegmar Wätzlich, Gerd Kische – Jürgen Sparwasser, Harald Irmscher, Wolfgang Seguin – Eberhard Vogel, Joachim Streich, Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

DDR vs. BR Deutschland (1:0)

Gruppe 1, 3. Spieltag

Tor(e): 1:0 Jürgen Sparwasser (77.)

Gelbe Karte: Jürgen Sparwasser (27.), Jürgen Croy (81.), Hans-Jürgen Kreische (84.)

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Datum/Ort: 22.6.1974, 19:30 Uhr in Hamburg (Volksparkstadion)

Zuschauer: 60.200

Schiedsrichter: Ramón Barreto (Uruguay)


DDR

Jürgen Croy – Bernd Bransch (Kapitän) – Gerd Kische, Konrad Weise, Siegmar Wätzlich – Reinhard Lauck, Harald Irmscher (68. Erich Hamann), Lothar Kurbjuweit – Jürgen Sparwasser, Hans-Jürgen Kreische, Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

BR Deutschland

Sepp Maier – Franz Beckenbauer (Kapitän) – Berti Vogts, Georg Schwarzenbeck (68. Horst-Dieter Höttges), Paul Breitner – Uli Hoeneß, Bernhard Cullmann, Wolfgang Overath (69. Günter Netzer) – Jürgen Grabowski, Gerd Müller, Heinz Flohe

Trainer: Helmut Schön

Brasilien vs. DDR (1:0)

Zwischenrunde, Gruppe A, 1. Spieltag

Tor(e): 1:0 Rivellino (60.)

Gelbe Karte: Erich Hamann (11.), Jairzinho (27.), Carpegiani (28.), José Dirceu (75.), Joachim Streich (84.)

Details

Datum/Ort: 26.6.1974, 19:30 Uhr in Hannover (Niedersachsenstadion)

Zuschauer: 59.863

Schiedsrichter: Tony Boskovic (Australien)


Brasilien

Emerson Leao – Zé Maria, Luis Pereira, Marinho Peres (Kapitän), Marinho Chagas – Paulo Cesar Caju, Rivellino, Paulo Cesar Carpegiani – Valdomiro, Jairzinho, José Dirceu

Trainer: Mario Zagallo

DDR

Jürgen Croy – Gerd Kische, Bernd Bransch (Kapitän), Konrad Weise, Siegmar Wätzlich – Reinhard Lauck (66. Wolfram Löwe), Jürgen Sparwasser, Erich Hamann (46. Harald Irmscher), Lothar Kurbjuweit –Joachim Streich, Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

DDR vs. Niederlande (0:2)

Zwischenrunde, Gruppe A, 2. Spieltag

Tor(e): 0:1 Johan Neeskens (7.), 0:2 Rob Rensenbrink (59.)

Details

Datum/Ort: 30.6.1974, 16:00 Uhr in Gelsenkirchen (Parkstadion)

Zuschauer: 68.348

Schiedsrichter: Rüdi Scheurer (Schweiz)


DDR

Jürgen Croy – Gerd Kische, Bernd Bransch (Kapitän), Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit – Reinhard Lauck (65. Jürgen Kreische), Jürgen Pommerenke, Rüdiger Schnuphase – Wolfram Löwe (55. Peter Ducke), Jürgen Sparwasser, Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

Niederlande

Jan Jongbloed – Wim Suurbier, Arie Haan, Wim Rijsbergen, Ruud Krol – Wim Jansen, Johan Neeskens, Wim van Hanegem – Johnny Rep, Johan Cruyff (Kapitän), Rob Rensenbrink

Trainer: Rinus Michels

Argentinien vs. DDR (1:1)

Zwischenrunde, Gruppe A, 3. Spieltag

Tor(e): 0:1 Joachim Streich (14.), 1:1 René Houseman (20.)

Gelbe Karte: Jürgen Sparwasser (23.), Angel Bargas (68.)

Details

Datum/Ort: 3.7.1974 um 19:30 Uhr in Gelsenkirchen (Parkstadion)

Zuschauer: 53.054

Schiedsrichter: John Taylor (England)


Argentinien

Ulbado Fillol – Enrique Wolff (Kapitän), Angel Bargas, Ramon Heredia, Jorge Carrascosa – Miguel Brindisi, Roberto Telch, Carlos Babington – René Houseman, Mario Kempes, Hugo Ayala

Trainer: Vladislao Cap

DDR

Jürgen Croy – Gerd Kische, Konrad Weise, Bernd Bransch (Kapitän), Lothar Kurbjuweit – Jürgen Pommerenke, Jürgen Sparwasser, Rüdiger Schnuphase – Wolfram Löwe (65. Eberhard Vogel), Joachim Streich (80. Peter Ducke), Martin Hoffmann

Trainer: Georg Buschner

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Wer waren die (ost-)deutschen Torschützen bei der WM 1974?

Toptorjäger der ostdeuschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland war der Rekordnationalspieler Joachim Streich (98 Länderspiele) mit zwei Treffern in vier Spielen. Das Team der DDR schoss insgesamt vier Tore; hinzu kam ein Eigentor des Australiers Colin Curran. Es folgt eine Liste der Torschützen der DDR-Elf:

SpielerDamaliger VereinSpieleToreTore erzielt in Partie
Joachim StreichFC Hansa Rostock42DDR vs. Australien (Gruppe 1, 1. Spieltag, Endstand: 2:0)
2:0 (72.)
Argentinien vs. DDR (Zwischenrunde, 3. Spieltag, Endstand: 1:1)
0:1 (14.)
Martin Hoffmann1. FC Magdeburg61Chile vs. DDR (Gruppe 1, 2. Spieltag, Endstand: 1:1)
0:1 (55.)
Jürgen Sparwasser1. FC Magdeburg61DDR vs BR Deutschland (Gruppe 1, 3. Spieltag, Endstand: 1:0)
1:0 (77.)

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