WM 1934 in Italien

Die WM 1934 in Italien war die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf europäischem Boden. In einer von Manipulationen überschatteten WM sicherte sich Italien unter den Augen des Duces Mussolini den Titel. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wurde überraschend Dritter.

Allgemeines zur WM 1934

WM 1934 Statistik

AustragungsortItalien
WeltmeisterItalien
Abschneiden DeutschlandsDritter Platz
Teilnehmer16
Partien17
Tore70
Tore (Ø)4,12
TorschützenkönigOldřich Nejedlý (Tschechoslowakei)
5 Tore
Zuschauer395.000
Zuschauer (Ø)23.235

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Zusammenfassung WM 1934

Die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf europäischem Boden markierte den Durchbruch der Idee des weltweiten Fußballturniers. Hatte sich die Crème de la Crème der europäischen Fußballwelt 1930 noch geweigert, die lange Reise nach Uruguay anzutreten, waren bei der WM 1934 – mit Ausnahme Englands – alle europäischen Topteams vertreten. Dementgegen stellten nun die Teams aus Südamerika, allen voran der amtierende Weltmeister, auf stur. Während Urugay gar nicht antrat, schickten Brasilien und Argentinien lediglich Amateurteams.

Der Sieg des Profifußballs

Überhaupt neigte sich die Wagschale zugunsten des Profifußballs. Die Favoriten aus Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei hatten allesamt bereits Profiligen eingeführt; auch in Südamerika etablierte sich der Profifußball. Lediglich das deutsche Team hielt am Amateursport fest, und zwar erfolgreich. Das lag jedoch auch daran, dass die Nationalsozialisten Nichts dem Zufall überließen. Die jüngste deutsche WM-Mannschaft aller Zeiten erhielt ein professionelles Trainingslager; die Spieler wurden von ihren Arbeitgebern freigestellt.

In Italien ging die Einführung des Profifußballs mit dem Verbot ausländischer Kicker einher. Die italienischen Vereine kamen daher auf die Idee Auswanderer zu repatriierten. Wer über italienische Vorfahren verfügte, konnte schnell und unbürokratisch bei italienischen Vereine anheuern. Das betraf vor allen Dingen argentinische Spieler, die meist auch zügig in der Nationalelf eingesetzt wurden. Italien verstieß in dieser Hinsicht in zwei Fällen gegen die WM-Regularien, die einen Mindestaufenthalt von drei Jahren in dem Land festlegten. Natürlich erzürnte dieses folgenlose Gebahren insbesondere die argentinische Nationalmannschaft, der dadurch mehrere gute Fußballer fehlten.

Politsche Hypothekt

Viel schwerer als die Querelen um den Profisport oder südamerikanische Befindlichkeiten lastete jedoch die politische Großwetterlage auf dem Turnier. Für Italiens Diktator Benito Mussolini stellte die Weltmeisterschaft eine ähnliche Verlockung dar, wie die Olympiade 1936 für die deutschen Nationalsozialisten. Der Duce münzte die WM 1934 in eine Propagandaveranstaltung für seinen Faschismus um. Imposante Stadien und eine straffe Organisation versprachen eine gute Werbung im In- und Ausland. Jedoch reichte das, aus Sicht des Regimes, nicht aus – von der italienischen Mannschaft wurde der Sieg regelrecht erwartet.

Skandal-WM

Wie stellt man den WM-Titel sicher? Ganz einfach: Man wendet sich an die verantwortlichen Leiter der Partien, die Schiedsrichter. Zwar ist keineswegs bewiesen, dass Mussolini oder sein Regime tatsächlich die Unparteiischen bestach, allerdings häuften sich die Fehlentscheidungen immer dann, wenn Italien spielte. So übersah die pfeifende Zunft die offensichtlichsten Fouls der italienischen Elf, erkannte irreguläre Tore an und pfiff die eindeutigsten Elfmeter für Italiens Gegner nicht. All das führte dazu, dass die WM 1934 heute von manchen auch als Skandal-WM bezeichnet wird. Italien war der logische Sieger all dieser Verrenkungen. Sportlich war das Team von Trainer Vittorio Pozzo vielleicht nicht das allerbeste, aber es wollte den Sieg um jeden Preis.

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Wo und wann fand die WM 1934 statt?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1934 wurde vom 27. Mai bis 10. Juni in Italien ausgetragen. Nach der Premiere in Uruguay fand die WM damit zum ersten Mal auf europäischem Boden statt. Es nahmen insgesamt 16 Mannschaften teil, erstmals wurde im Vorfeld eine Qualifikation ausgetragen. Gespielt wurde in den Stadien der Städte Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Rom, Triest und Turin.

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Welche Mannschaften nahmen an der WM 1934 teil?

An der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien nahmen insgesamt 16 Mannschaften teil. Davon kamen zwölf Teams aus Europa, zwei aus Südamerika, ein Team aus Afrika sowie ein Team Nordamerika.

Europa (12 Teams)

  • Belgien
  • Deutsches Reich
  • Frankreich
  • Italien
  • Niederlande
  • Österreich
  • Rumänien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Spanien
  • Tschechoslowakei
  • Ungarn

Südamerika (2 Teams)

  • Argentinien
  • Brasilien

Afrika (1 Team)

  • Ägypten

Nord- und Mittelamerika (1 Team)

  • USA

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Welche Mannschaft gewann die WM 1934?

Der zweite Fußball-Weltmeister der Geschichte (nach Uruguay 1930) war Italien. Bei der WM im eigenen Land bezwang die Squadra Azzurra die USA (7:1), Spanien (1:0, im Wiederholungsspiel), Österreich (1:0) und die Tschechoslowakei (2:1 n. V.).

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Welche Spiele wurden bei der WM 1934 ausgetragen?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien wurden insgesamt 17 Spiele ausgetragen. Das Turnier begann mit dem Achtelfinale. , Acht gesetzte Teams (Argentinien, Brasilien, Deutschland, Italien, Niederlande, Österreich, Tschechoslowakei und Ungarn) trafen auf jeweils eine ungesetzte Mannschaft (Ägypten, Belgien, Frankreich, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien und die USA). Alle Partien wurden im K.O.-Modus ausgetragen. Endete ein Spiel nach 90 Minuten regulärer sowie 30 Minuten Nachspielzeit mit einem Unentschieden, so wurde ein Wiederholungsspiel anberaumt. Hier kann eine Liste der Spielpaarungen eingesehen werden:

WM 1934 – Spiele & Ergebnisse

Achtelfinale
  • Österreich vs. Frankreich (3:2 n. V., 1:1)
  • Ungarn vs. Ägypten (4:2)
  • Italien vs. USA (7:1)
  • Spanien vs. Brasilien (3:1)
  • Deutsches Reich vs. Belgien (5:2)
  • Schweden vs. Argentinien (3:2)
  • Tschechoslowakei vs. Rumänien (2:1)
  • Schweiz vs. Niederlande (3:2)
Viertelfinale
  • Österreich vs. Ungarn (2:1)
  • Italien vs. Spanien (1:1 n. V., 1:1)
  • Deutsches Reich vs. Schweden (2:1)
  • Tschechoslowakei vs. Schweiz (3:2)
  • Wiederholungsspiel: Italien vs. Spanien (1:0)
Halbfinale
  • Italien vs. Österreich (1:0)
  • Deutsches Reich vs. Tschechoslowakei (1:3)
Spiel um Platz Drei
  • Deutsches Reich vs. Österreich (3:2)
Finale
  • Italien vs. Tschechoslowakei (2:1 n. V., 1:1)

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Wer schoss bei der WM 1934 die meisten Tore?

Torschützenkönig der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 wurde der tschechoslowakische Spieler Oldřich Nejedlý mit 5 Toren in vier Spielen. Auf Platz Zwei landeten der Deutsche Edmund Conen und der Italiener Angelo Schiavio mit jeweils vier Treffern. Insgesamt fielen bei der WM 1934 70 Tore in 17 Spielen (4,12 pro Spiel). Es folgt eine Liste der zwölf erfolgreichsten Torschützen:

RangSpieler (Mannschaft)SpieleToreTore pro Spiel
1.Oldřich Nejedlý (Tschechoslowakei)451,25
2.Edmund Conen (Deutsches Reich)441
Angelo Schiavio (Italien)441
4.Leopold Kielholz (Schweiz)231,5
5.Raimundo Orsi (Italien)530,6
6.Abdelrahman Fawzi (Ägypten)122
Bernard Voorhoof (Belgien)122
8.Karl Hohmann (Deutsches Reich)221
Johann Horvath (Österreich)221
Sven Jonasson (Schweden)221
Isidro Lángara (Spanien)221
Géza Toldi (Ungarn)221

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Wer war der beste Spieler bei der WM 1934?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien drängen sich in erster Linie Torhüter für den Titel Bester Spieler des Turniers auf. Beide Schlussmänner der Finalpartie Italien gegen Tschechoslowakei hatten einen entscheidenden Anteil am Erfolg ihrer Mannschaften. Der Tscheche Frantisek Plánicka wurde bereits nach seiner Leistung im Halbfinale gegen Deutschland als Wundertorwart verehrt. Nach überragenden Paraden im Endspiel sollte er mit einer Extratrophäe ausgezeichnet werden. Die tschechoslowakische Delegation lehnte den Preis allerdings aus Frust über die Schiedsrichterleistung ab. Sein italienisches Pendant, Giampiero Combi, war nicht nur ebenfalls Mannschaftskapitän, sondern glänzte vor allen Dingen durch eine gute Organisation seiner Abwehrreihen.

Was war der Skandal bei der WM 1934?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien wird in der Rückschau gelegentlich als Skandal-WM bezeichnet. Zum einen, weil das faschistische Regime von Benito Mussolini die Weltmeisterschaft für die Propaganda missbrauchte. Zum anderen, weil es im Turnierverlauf zu einer ganzen Reihe an zum Teil offensichtlichen Spielmanipulationen kam.

Schiedsrichter auf Abwegen

Im Zentrum der Betrugsvorwürfe standen die Unparteiischen. Krasse Fehlentscheidungen säumten das Turnier auffälligerweise immer dann, wenn der Gastgeber in die Bredouille kam. Im Wiederholungsspiel zwischen Italien und Spanien (Viertelfinale) ging dem 1:0 für Italien ein klares Foul voraus. Elfmeter wurden Spanien verweigert und die italienische Elf spielte zusehends ruppiger, ohne dass Schiedsrichter Rene Mercet (Schweiz) einschritt.

Im Halbfinale kam es noch dicker: Schiedsrichter Sven Eklind (Schweden) köpfte eine gefährliche österreichische Flanke persönlich weg. Und auch das 1:0 für Italien fiel alles andere als regelkonform. Auch das Endspiel leitete Eklind im Sinne der Italiener. Dementsprechend pfiff er zwar bei Kleinigkeiten gegen Italien, bei spielentscheidenden Gelegenheiten hielt er jedoch erneut zu Italien. Obwohl die italienischen Spieler wieder brutal foulten, übersah Eklind beinahe alles.

Zum siegen verdammt!

Inwiefern Mussolinis Regime die Schiedsrichter für ihre Gunst bezahlte oder ob sie schlicht aus Angst vor (körperlichen) Konsequenzen für den Gastgeber pfiffen, kann im Nachhinein allerdings nicht mehr rekonstruiert werden. Zumindest der Spieler Raimundo Orsi legt in seinen Memoiren dar, dass Italien auch deshalb so hart fightete, weil es die Rache des Duces fürchtete.

Für die italienischen Fußballer war der Erfolg ein absolutes Muss und ein Scheitern nicht eingeplant. Es darf auch nicht vergessen werden, dass Italien im Vorfeld nicht als krasser Außenseiter, sondern durchaus als einer der Titelanwärter galt. Ob die Mannschaft von Trainer Vittorio Pozzo den Titel auch ohne „Nachhelfen“ gewonnen hätte, steht jedoch in den Sternen. Die WM 1934 blieb nicht die einzige Weltmeisterschaft, bei der im Anschluss Manipulationsvorwürfe laut wurden.

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Deutsche Fußball­nationalmannschaft

Wie schnitt das deutsche Team bei der WM 1934 ab?

Die Mannschaft des (nationalsozialistischen) Deutschen Reiches erreichte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien den dritten Platz. Das war ein unerwarteter Erfolg für die als Außenseiter eingestufte deutsche Elf. In Österreich, Italien und der Tschechoslowakei gab es zu diesem Zeitpunkt bereits Profi-Ligen, in denen Fußballer Geld verdienten.

Projekt Olympia 1936

Die Nationalsozialisten sträubten sich jedoch gegen die Gründung einer solchen Spielklasse, da sie von einem Erfolg bei den Olympischen Spielen im eigenen Land träumten. Hier durften nur Amateurfußballer antreten, so dass durch eine Profiliga etwaige Nachteile drohten. Der Plan vom olympischen Gold ging allerdings nicht auf. Die deutsche Elf schied bei der Olympiade 1936 unter den Augen von Adolf Hitler in der Zwischenrunde gegen Norwegen mit 0:2 aus.

Jugend forscht mit WM-Erfolg

Bei der deutschen WM-Premiere 1934 spielte der jüngste deutsche Kader (24,1 Jahre) aller Zeiten jedoch frisch auf. Das Team von Otto Nerz bezwang im Spiel um Platz Drei die favorisierten Österreicher mit 3:2 nach Toren von Lehner (1. und 42.) und Conen (29.).

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Wer stand im Kader der deutschen Mannschaft bei der WM 1934?

Das (nationalsozialistische) Deutsche Reich trat mit einem Kader von 19 Spielern bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien an. Das Durchschnittsalter der deutschen Kicker lag bei 24,1 Jahren – das ist bis heute der jüngste deutsche WM-Kader aller Zeiten. Mit Fritz Szepan (Kapitän), Paul Zielinski, Edmund Conen, Ernst Lehner und Otto Siffling standen fünf Fußballer bei allen vier Partien auf dem Platz. Trainiert wurde das Team von Otto Nerz, Ko-Trainer war der spätere Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger (WM-Titel 1954). Es folgt eine Liste der Spieler:

NamePositionDamaliger VereinGeburtstagSpieleTore
Hans JakobTorwartDeutsches Reich NS SSV Jahn Regensburg16. Juni 190810
Willibald KreßTorwartDresdner SC13. Nov. 190630
Willy BuschVerteidigung (Innenverteidiger)Duisburger TSV 189904. Jan. 190730
Sigmund HaringerVerteidigung (Innenverteidiger)FC Bayern München09. Dez. 190830
Reinhold MünzenbergVerteidigung (Mittelläufer)Alemannia Aachen25. Jan. 190910
Hans SchwartzVerteidigung (Innenverteidiger)SC Victoria Hamburg01. Mär. 191310
Fritz Szepan (Kapitän)Verteidigung (Mittelläufer)FC Schalke 0402. Sep. 190740
Jakob BenderMittelfeld (Außenläufer)Fortuna Düsseldorf23. Mär. 191020
Rudolf GramlichMittelfeld (Außenläufer)Eintracht Frankfurt06. Juni 190810
Paul JanesMittelfeld (Außenläufer)Fortuna Düsseldorf10. Mär. 191220
Paul ZielinskiMittelfeld (Außenläufer)Union 02 Hamborn20. Nov. 191140
Ernst AlbrechtSturm (Außenstürmer)Fortuna Düsseldorf12. Nov. 190700
Edmund ConenSturm (Mittelstürmer)FV Saarbrücken10. Nov. 191444
Matthias HeidemannSturm (Außenstürmer)Werder Bremen07. Dez. 191210
Karl HohmannSturm (Halbstürmer)VfL Benrath18. Juni 190822
Stanislaus KobierskiSturm (Außenstürmer)Fortuna Düsseldorf15. Nov. 191031
Ernst LehnerSturm (Außenstürmer)TSV Schwaben Augsburg07. Nov. 191242
Rudolf NoackSturm (Halbstürmer)Hamburger SV30. Mär. 191311
Otto SifflingSturm (Halbstürmer)SV 07 Waldhof03. Aug. 191241

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Mit welcher Aufstellung spielte das Deutschland bei der WM 1934?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien spielte die Mannschaft des (nationalsozialistischen) deutschen Reiches im klassischen WM-System. Dabei formieren sich die Abwehrspieler und die Mittelläufer wie ein M, die Stürmer und Halbstürmer wie ein W – das System entspricht etwa einem 3-2-5.

Vor Torhüter Willibald Kreß verteidigten zumeist Willy Busch und Sigmund Haringer, teilweise kamen auch Hans Schwartz und Paul Janes zum Einsatz. Als zentraler Stopper komplettierte der Mittelläufer Fritz Szepan die Abwehrreihe. Als Außenläufer agierten Paul Zielinski sowie Jakob Bender. Gelegentlich spielten auf dieser Position auch Paul Janes und Rudolf Gramlich. Im Sturm war Edmund Conen als Mittelstürmer gesetzt. Otto Siffling und Karl Hohmann bzw. Rudolf Noack nahmen die Position des Halbstürmers ein. Auf den Außenbahnen kamen Ernst Lehner Stanislaus Kobierski zum Einsatz. Als Beispiel folgt die deutsche Aufstellung im Halbfinale gegen die Tschechoslowakei.

Deutsche Aufstellung (Halbfinale, Deutsches Reich vs. Tschechoslowakei, Endstand: 1:3)

Deutsches WM-Team 1934
Deutsches WM-Team 1934

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Gegen welche Teams spielte Deutschland bei der WM 1934?

Die Fußballer des (nationalsozialistischen) Deutschen Reiches traf bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien zunächst im Achtelfinale auf Belgien (5:2). Anschließend bezwang die Elf von Otto Nerz im Viertelfinale Schweden mit 2:1. Im Halbfinale schied das deutsche Team schließlich mit 1:3 gegen die Tschechoslowakei aus. Das Spiel um Platz Drei gewann die Mannschaft um Kapitän Fritz Szepan schließlich mit 3:2 gegen die favorisierten Österreicher. Es folgt eine Auflistung der Partien mit deutscher Beteiligung:

Deutsches Reich vs. Belgien (5:2)

Achtelfinale

Tor(e): 1:0 Stanislaus Kobierski (27.), 1:1 Bernard Voorhoof (32.), 1:2 Bernard Voorhoof (44.), 2:2 Otto Siffling (47.), 3:2 Edmund Conen (66.), 4:2 Edmund Conen (69.), 5:2 Edmund Conen (85.)

Details

Datum/Ort: 27.5.1934, 16:30 Uhr in Florenz (Stadio Giovanni Berta)

Zuschauer: 8.000

Schiedsrichter: Francesco Mattea (Italien)


Deutsches Reich

Willibald Kreß – Sigmund Haringer, Hans Schwartz – Paul Janes, Fritz Szepan (Kapitän), Paul Zielinski – Ernst Lehner, Karl Hohmann, Edmund Conen, Otto Siffling, Stanislaus Kobierski

Trainer: Otto Nerz

Belgien

André Vandeweyer – Philibert Smellinckx, Constant Joacim – Frans Peeraer, Félix Welkenhuysen (Kapitän), Jean Claessens – Francois De Vries, Bernard Voorhoof, Jean Capelle, Laurent Grimmonprez, Albert Heremans

Trainer: Hector Goetinck

Deutsches Reich vs. Schweden (2:1)

Viertelfinale

Tor(e): 1:0 Karl Hohmann (57.), 2:0 Karl Hohmann (74.), 2:1 Gösta Dunker (85.)

Details

Datum/Ort: 31.5.1934, 16:30 Uhr in Mailand (Stadio Calcistico di San Siro)

Zuschauer: 3.000

Schiedsrichter: Rinaldo Barlassini (Italien)


Deutsches Reich

Willibald Kreß – Sigmund Haringer, Willy Busch – Rudolf Gramlich, Fritz Szepan (Kapitän), Paul Zielinski – Ernst Lehner, Karl Hohmann, Edmund Conen, Otto Siffling, Stanislaus Kobierski

Trainer: Otto Nerz

Schweden

Anders Rydberg – Nils Axelsson, Sven Andersson – Rune Carlsson, Nils Rosén (Kapitän), Ernst Andersson – Gösta Dunker, Sven Jonasson, Ragnar Gustavsson, Tore Keller, Knut Kroon

Trainer: József Nagy (Ungarn)

Tschechoslowakei vs. Deutsches Reich (3:1)

Halbfinale

Tor(e): 1:0 Oldrich Nejedly (19.), 1:1 Rudolf Noack (62.), 2:1 Oldrich Nejedly (71.), 3:1 Oldrich Nejedly (80.)

Details

Datum/Ort: 3.6.1934, 16:30 Uhr in Rom (Stadio Nazionale del PNF)

Zuschauer: 15.000

Schiedsrichter: Rinaldo Barlassini (Italien)


Tschechoslowakei

František Plánička (Kapitän) – Jaroslav Burgr, Josef Čtyřoký – Josef Košťálek, Štefan Čambal, Rudolf Krčil – František Junek, František Svoboda, Jiří Sobotka, Oldřich Nejedlý, Antonín Puč

Trainer: Karel Petrů

Deutsches Reich

Willibald Kreß – Sigmund Haringer, Willy Busch – Paul Zielinski, Fritz Szepan (Kapitän), Jakob Bender – Ernst Lehner, Otto Siffling, Edmund Conen, Rudolf Noack, Stanislaus Kobierski

Trainer: Otto Nerz

Österreich vs. Deutsches Reich (2:3)

Spiel um Platz Drei

Tor(e): 0:1 Ernst Lehner (1.), 0:2 Edmund Conen (29.), 1:2 Johann Horvath (30.), 1:3 Ernst Lehner (42.), 2:3 Karl Sesta (55.)

Details

Datum/Ort: 7.6.1934, 18:00 Uhr in Neapel (Stadio Giorgio Ascarelli)

Zuschauer: 7.000

Schiedsrichter: Albino Carraro (Italien)


Österreich

Peter Platzer – Franz Cisar, Karl Sesta – Franz Wagner, Josef Smistik, Johann Urbanek – Karl Zischek, Georg Braun, Josef Bican, Johann Horvath (Kapitän), Rudolf Viertl

Trainer: Hugo Meisl

Deutsches Reich

Hans Jakob – Paul Janes, Willy Busch – Paul Zielinski, Reinhold Münzenberg, Jakob Bender – Ernst Lehner, Otto Siffling, Edmund Conen, Fritz Szepan (Kapitän), Matthias Heidemann

Trainer: Otto Nerz

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Wer waren die deutschen Torschützen bei der WM 1934?

Top-Torschütze der deutschen Mannschaft war Edmund Conen mit vier Treffern in vier Spielen. Karl Hohmann und Ernst Lehner erzielten je zwei Tore. Insgesamt schoss die deutsche Auswahl elf Tore in vier Spielen und damit fast drei pro Partie. Es folgt eine Liste der deutschen Torschützen:

SpielerDamaliger VereinSpieleToreTore erzielt in Partie
Edmund ConenFV Saarbrücken44Deutsches Reich vs. Belgien (Achtelfinale, Endstand: 5:2)
3:2 (66.)
4:2 (69.)
5:2 (85.)
Deutsches Reich vs. Österreich (Spiel um Platz Drei, Endstand: 3:2)
2:0 (29.)
Karl HohmannVfl Benrath22Deutsches Reich vs. Schweden (Viertelfinale, Endstand: 2:1)
1:0 (57.)
2:0 74.)
Ernst LehnerTSV Schwaben Augsburg42Deutsches Reich vs. Österreich (Spiel um Platz Drei, Endstand: 3:2)
1:0 (1.)
3:1 (42.)
Rudolf NoackHamburger SV11Tschechoslowakei vs. Deutsches Reich (Halbfinale, Endstand: 3:1)
1:1 (62.)
Stanislaus KobierskiFortuna Düsseldorf31Deutsches Reich vs. Belgien (Achtelfinale, Endstand: 5:2)
1:0 (27.)
Otto SifflingSV 07 Waldhof41Deutsches Reich vs. Belgien (Achtelfinale, Endstand: 5:2)
2:2 (47.)

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