WM 1954 in Schweiz

Die WM 1954 in der Schweiz war die torreichste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Weltmeister wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft. Unter der Leitung von Sepp Herberger gewann die DFB-Auswahl im Endspiel, dem sogenannten Wunder von Bern, gegen die hochfavorisierte Mannschaft aus Ungarn um Superstar Ferenc Puskás.

Allgemeines zur WM 1954

WM 1954 Statistik

AustragungsortSchweiz
WeltmeisterBR Deutschland
Teilnehmer16
Partien26
Tore140
Tore (Ø)5,38
TorschützenkönigSándor Kocsis (Ungarn)
11 Tore
Platzverweise3
Platzverweise (Ø)0,12
Zuschauer943.000
Zuschauer (Ø)36.269

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung WM 1954

In der Schweiz war das Teilnehmerfeld, nach der dezimierten Nachkriegsweltmeisterschaft von 1950, wieder vollständig versammelt. Somit kehrten auch die alten Favoriten Ungarn und Österreich auf ihre angestammten Plätze zurück. Lag die Blütezeit des mitteleuropäischem Fußballs in den 1920er und 1930er Jahren, so trieb sie bei diesem Turnier zum letzten Mal ihre Knospen aus. Völlig überraschend gewann jedoch der Außenseiter, die westdeutsche Fußballnationalmannschaft.

Das Wunderteam aus Ungarn

Um das Wunder von Bern besser in seiner Tragweite zu verstehen, hilft ein Blick auf Ungarns Goldene Elf. Seit dem 14. Mai 1950 hatte das Team von Trainer Gusztáv Sebes eine beeindruckende Serie hingelegt: 32 Spiele, 28 Siege, vier Unentschieden und ein Torverhältnis von 144 zu 33. Nebenbei sicherte sich Ungarn in Helsinki 1952 Olympisches Gold. Über die nackten Fakten hinaus, hinterließ aber vor allem der Sieg über die Fußballerfinder aus England (6:3) auf dem „heiligen Rasen“ von Wembley Eindruck.

Das Spiel der ungarischen Elf war äußerst variabel und auf Bewegung ausgerichtet. Taktisch schien Ungarn seinen Gegnern um Jahre voraus. Ein Beispiel: Stürmer Nándor Hidegkuti ließ sich immer wieder ins Mittelfeld fallen. Er verwirrte auf diese Weise seine auf starre Manndeckung ausgerichteten Kontrahenten. Ähnlich wie die Brasilianer 1950 fühlten sich daher auch die Magyaren bereits als sicherer Weltmeister.

Außereuropäische Konkurrenz?

Vor vier Jahren noch brutal dem Nachbarn aus Uruguay unterlegen, zählte Brasilien auch bei dieser WM wieder zum Favoritenkreis. Jedoch fand das Team von Trainer Zézé Moreira kein probates Mittel gegen Ungarn. Bei strömendem Regen verlor die Seleção in einem extrem brutalen Spiel nach mehreren Platzverweisen und Schlägereien der beteiligten Akteure mit 2:4. Nachdem sich die Magyaren warm gelaufen hatten, musste im Halbfinale auch der amtierende Weltmeister aus Uruguay dran glauben. Allerdings verkauften sich die Urus besser. Und so ging das Spiel in die Verlängerung, ehe die Truppe um Kapitän Ferenc Puskás erneut mit 4:2 triumphieren konnte.

Österreich scheitert am Wetter

Als Weltklasse galt auch die österreichische Auswahl um Stars wie Ernst Happel, Gerhard Hanappi, Walter Zeman oder Ernst Ocwirk. Dementsprechend locker erreichte das Team von Trainer Eduard Frühwirth das Viertelfinale. Hier lauerte, neben dem eigentlichen Gegner aus der Schweiz, das Wetter. Bei drückenden 40 Grad Celsius schleppten sich die Mannschaften in der Hitzeschlacht von Lausanne über den Rasen. Auswechslungen waren im damaligen Reglement nicht vorgesehen. Daher musste beispielsweise der Torhüter Kurt Schmied mit einem Sonnenstich weiterspielen. Kein Wunder also, dass diese Partie, in einer ohnehin torreichen Weltmeisterschaft, als das torreichste WM-Spiel aller Zeiten in die Geschichte einging.

Der österreichische 7:5-Erfolg war ein Pỵrrhussieg. Denn lediglich vier Tage später war das Halbfinale gegen Deutschland angesetzt. Eine ausgelaugte, geschwächte österreichische Elf verlor folgerichtig mit 1:6 gegen den Underdog aus Deutschland. Dennoch ist der dritte Platz, den Österreich schließlich gegen Uruguay (3:1) perfekt machen konnte, der größte fußballerische Erfolg für die Alpenrepublik.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wo und wann fand die WM 1954 statt?

Die Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 16. Juni bis 4. Juli in der Schweiz ausgetragen. Gespielt wurde in den Stadien der sechs Städte Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich. An dem Turnier nahmen 16 Mannschaften teil; es erfolgten insgesamt 26 Spiele.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Welche Mannschaften nahmen an der WM 1954 teil?

An der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz nahmen insgesamt 16 Mannschaften teil. Davon kamen 12 Teams aus Europa, zwei aus Südamerika, und jeweils ein Team aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika. Hier kann eine Liste der Teilnehmerländer eingesehen werden:

Europa (12 Teams)

  • Belgien
  • BR Deutschland
  • England
  • Frankreich
  • Italien
  • Jugoslawien
  • Österreich
  • Schottland
  • Schweiz
  • Tschechoslowakei
  • Türkei
  • Ungarn

Südamerika (2 Teams)

  • Brasilien
  • Uruguay

Asien (1 Team)

  • Südkorea

Nord- und Mittelamerika (1 Team)

  • Mexiko

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Welche Mannschaft gewann die WM 1954?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz gewann die (west-)deutsche Fußball­nationalmannschaft. Nach diesen Spielen schlug das Team von Sepp Herberger im Finale überraschend Ungarn (3:2). Ein Endspiel, das heute noch als Wunder von Bern bekannt ist.

Bereits nach 8 Minuten lag die deutsche Mannschaft bei Dauerregen mit 2:0 (Puskás 6., Czibor 8.) zurück als Max Morlock in der 10. Spielminute den Anschlusstreffer erzielte. Bekannt ist heute aber insbesondere der zweifache Torschütze Helmut Rahn (18. und 84.), der durch die Radio-Reportage von Herbert Zimmermann: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!“ nahezu unsterblich wurde. In der Vorrunde hatte das ungarische Team die DFB-Auswahl noch mit 8:3 vom Platz geschickt.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Welche Spiele wurden bei der WM 1954 ausgetragen?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz wurden insgesamt 26 Spiele ausgetragen. Erstmals wurde der heute übliche Modus mit Vorrunde (in vier Gruppen à vier Mannschaften) und K.O.-System angewandt, jedoch spielte jede Mannschaft nur zwei statt drei Partien. Hintergrund dieser Idee war, dass die beiden gesetzten Gruppenfavoriten nicht aufeinanderstoßen sollten. So kam es in der deutschen Gruppe beispielsweise nicht zu dem Duell der gesetzten Mannschaften Ungarn und Türkei.

Die Gruppenersten und Gruppenzweiten zogen in das Viertelfinale ein – die Platzierung der Mannschaften wurde ausschließlich durch die Punktzahl bestimmt. Bei Punktgleichheit erfolgte ein Entscheidungsspiel zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten, bei Punktgleichheit der ersten beiden Mannschaften entschied das Los. Hier kann eine Liste der Spielpaarungen eingesehen werden:

WM 1954 – Spiele & Ergebnisse

Vorrunde
Gruppe 1
  • Brasilien vs. Mexiko (5:0)
  • Jugoslawien vs Frankreich (1:0)
  • Brasilien vs. Jugoslawien (1:1 n. V., 1:1)
  • Frankreich vs. Mexiko (3:2)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Jugoslawien23:12:1
2.Brasilien23:16:1
3.Frankreich22:23:3
4.Mexiko20:42:8
Gruppe 2
  • BR Deutschland vs. Türkei (4:1)
  • Ungarn vs. Südkorea (9:0)
  • Ungarn vs. BR Deutschland (8:3)
  • Türkei vs. Südkorea (7:0)
  • Entscheidungsspiel: BR Deutschland vs. Türkei (7:2)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Ungarn24:017:3
2.BR Deutschland22:27:9
3.Türkei22:28:4
4.Südkorea20:40:16
Gruppe 3
  • Uruguay vs. Tschechoslowakei (2:0)
  • Österreich vs. Schottland (1:0)
  • Uruguay vs. Schottland (7:0)
  • Österreich vs. Tschechoslowakei (5:0)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Österreich24:06:0
2.Uruguay24:09:0
3.Tschechoslowakei20:40:7
4.Schottland20:40:8
Gruppe 4
  • Schweiz vs. Italien (2:1)
  • England vs. Belgien (4:4 n. V., 3:3)
  • Italien vs. Belgien (4:1)
  • England vs. Schweiz (2:0)
  • Entscheidungsspiel: Schweiz vs. Italien (4:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.England23:16:4
2.Schweiz22:22:3
3.Italien22:25:3
4.Belgien21:35:8

Finalrunde
Viertelfinale
  • Österreich vs. Schweiz (7:5)
  • Jugoslawien vs. BR Deutschland (0:2)
  • Uruguay vs. England (4:2)
  • Brasilien vs. Ungarn (2:4)
Halbfinale
  • Ungarn vs. Uruguay (4:2 n. V., 2:2)
  • BR Deutschland vs. Österreich (6:1)
Spiel um Platz Drei
  • Uruguay vs. Österreich (1:3)
Finale
  • BR Deutschland vs. Ungarn (3:2)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wer schoss bei der WM 1954 die meisten Tore?

Toptorjäger der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 war der ungarische Mittelstürmer Sándor Kocsis mit 11 Toren in fünf Spielen. Auf den weiteren Plätzen folgten der Schweizer Josef Hügi (6 Treffer), der Deutsche Max Morlock (6 Treffer) und der Österreicher Erich Probst (ebenfalls 6 Treffer). Insgesamt handelt es sich bei der Weltmeisterschaft 1954 um die im Schnitt torreichste WM – in 26 Spielen fielen 104 Treffer, also mehr als 5 Tore pro Spiel. Es folgt eine Liste der zehn besten Torschützen:

RangSpieler (Mannschaft)SpieleToreTore pro Spiel
1.Sandor Kocsis (Ungarn)5112,2
2.Josef Hügi (Schweiz)362
3.Max Morlock (Deutschland)561,2
Erich Probst (Österreich)561,2
5.Ferenc Puskás (Ungarn)341,3
6.Nándor Hidegkuti (Ungarn)441
Robert Ballamann (Schweiz)441
8.Hans Schäfer (Deutschland)540,8
Ottmar Walter (Deutschland)540,8
Carlos Borges (Uruguay)540,8

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wer war der beste Spieler der WM 1954?

Während der Weltmeister aus Westdeutschland mit einem starken Kollektiv glänzte, spielten die herausragenden Einzelkünstler vor allem in den Reihen der ungarischen Mannschaft. Als Bester Spieler der WM 1954 kommt zunächst einmal Sándor Kocsis in Frage. Der ungarische Stürmer erzielte 11 Treffer in fünf Partien und ist damit, hinter Just Fontaine, der zweiterfolgreichste Torschützenkönig der WM-Geschichte.

Neben Kocsis zauberte der verkappte Spielmacher Nandor Hidegkuti. Er ließ sich aus seiner Mittelstürmerposition immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen und verteilte die Bälle u. a. an den ungarischen Star schlechthin, Ferenc Puskás. Der Kapitän der magyarischen Elf konnte bei der WM 1954 allerdings verletzungsbedingt nur drei Partien absolvieren.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Was ist das Wunder von Bern?

Als Wunder von Bern bezeichnet man den Sieg der westdeutschen Auswahl im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 gegen Ungarn im Berner Stade de Suisse. Der Begriff des Wunders spielt darauf an, dass Deutschland als krasser Außenseiter in das Turnier gestartet war. Spätestens nach dem 6:3-Erfolg der ungarischen Mannschaft in England im November 1953 galt die Goldene Elf um Kapitän Ferenc Puskás als Top-Anwärter auf den WM-Pokal. Allenfalls den Teams aus Brasilien, England, Österreich und Italien waren im Vorfeld noch Titelchancen eingeräumt worden. In der Vorrunde hatte Deutschland das Duell mit der ungarischen Mannschaft noch standesgemäß mit 3:8 verloren. Und auch das Finale nahm zunächst den erwarteten Verlauf: Ungarn ging früh mit 0:2 in Führung. Nach einer Aufholjagd gewann die deutsche Mannschaft jedoch mit 3:2. Viele Interpreten konnten sich diese überraschende Wende nur durch ein Wunder erklären.

Erklärungsversuche

In Deutschland wollten weder die Spieler noch Bundestrainer Herberger etwas von einem Wunder wissen. Stattdessen beharrten sie auf Akribie, Fleiß und Teamgeist als Erfolgsgrundlage, allenfalls garniert mit einer Portion Glück. Weniger freundliche Interpreten unterstellten dem deutschen Team Doping. Tatsächlich wurden im Laufe der Jahre Indizien gefunden, die darauf hindeuten: So erkrankten mehrere Akteure später an Leberzirrhose und der ehemalige Platzwart behauptete, er habe nach dem Spiel Glasampullen in der Kabine gefunden. Die Mannschaft könnte also eine (gemeinsame) Spritze mit einem damals üblichen Aufputschmittel wie Pervitin erhalten haben. Endgültig beweisen lässt sich diese These jedoch nicht. Ein Beweis wäre auch kaum zielführend, da es ein Anti-Doping-Statut damals gar nicht gab.

Andere Erklärungsansätze machen das Wetter für den deutschen Finalerfolg verantwortlich. Der unaufhörliche Regen soll insbesondere Kapitän Fritz Walter (Fritz-Walter-Wetter) gelegen haben. Die deutsche Mannschaft, so die Erzählung, hätte mit den neuartigen Schuhen mit Schraubstollen von Adolf „Adi“ Dassler einen echten Vorteil gegenüber der ungarischen Truppe gehabt. Auch die Hypothese von Sepp Herberger als Taktikfuchs wurde immer wieder diskutiert: demnach hätte der Bundestrainer das zweite Vorrundenspiel absichtlich mit einer B-Elf verloren, um die Mannschaft aus Ungarn über die eigene Stärke hinwegzutäuschen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Was ist der Geist von Spiez?

Der Geist von Spiez wird immer wieder als einer der Faktoren für den überraschenden WM-Sieg der bundesdeutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz genannt. Der Ausdruck ist auf das WM-Quartier der bundesdeutschen Fußball­nationalmannschaft im schweizerischen Spiez am Thunersee bezogen. Das deutsche Team reiste Ende Mai 1954 an.

Abstinenz und Gemeinschaft

Unter den strengen Augen von Bundestrainer Sepp Herberger lebte die Mannschaft weitestgehend abstinent: Frauen und Alkohol waren beispielsweise untersagt. Der Legende nach soll Herberger sogar an den Zimmertüren geschnuppert haben, um etwaige Raucher dingfest zu machen. Das Ziel dieses Trainingslagers war allerdings nicht nur eine optimale sportliche Vorbereitung auf das Turnier, sondern auch die Herausbildung einer echten Gemeinschaft. Dementsprechend wurden gemeinsame Skatrunden und Ausflüge anberaumt. Mit dieser Mischung aus sportlicher und psychologischer Vorbereitung setzte die DFB-Auswahl 1954 Maßstäbe für folgende WM-Endrunden.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Welche Bedeutung hatte der WM-Sieg 1954 für Deutschland?

Das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz haben nahezu alle Bewohner der Bundesrepublik und der DDR verfolgt, so legen es zumindest zeitgenössische Berichte nahe. In Westdeutschland gab es zu diesem Zeitpunkt bereits 40.000 Fernsehgeräte. Die Mehrheit hat aber höchstwahrscheinlich vor dem Radio gesessen. Als die deutsche Nationalmannschaft nach dem Titelgewinn mit dem Zug in München ankam, wurde sie von 400.000 bis 500.000 Fans begeistert empfangen.

Mythos und Wahrheit

Moderne Interpretationen eines „Wir-sind-wieder-wer-Gefühl“ oder von einer spontanen „Neugründung der Bundesrepublik“ durch den Titelgewinn erscheinen jedoch übertrieben. Sport hatte im Jahr 1954 noch nicht den heutigen Stellenwert. Der Titelgewinn wurde in den deutschen Medien nicht gerade ausführlich behandelt. Themen wie die deutsche Wiederbewaffnung oder der erstmals stattfindende Feiertag zum Volksaufstand in der DDR (17. Juni) hatten Vorrang. Erst in späteren Jahren wurde aus dem Titelgewinn von 1954 ein Gründungsmythos der Bundesrepublik.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Deutsche Fußball­nationalmannschaft (West)

Wer erzielte das Siegtor im Endspiel der WM 1954?

Das entscheidende Tor zum 3:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am 4.7.1954 in der Schweiz erzielte Helmut Rahn in der 84. Spielminute. Zuvor hatte er bereits mit seinem vierten Turniertreffer in der 18. Minute für den 2:2-Ausgleich gesorgt. Das Spiel ist in Deutschland als sogenanntes Wunder von Bern im allgemeinen Fußball-Gedächtnis verblieben.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wer stand beim deutschen WM-Sieg 1954 im Kader?

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft bestand bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz aus 22 Spielern. Mit Kapitän Fritz Walter und Horst Eckel standen lediglich zwei Akteure bei allen sechs Spielen auf dem Feld, Auswechslungen waren zum damaligen Zeitpunkt nicht erlaubt. Trainiert wurde die Mannschaft von Sepp Herberger (Bundestrainer) und Albert Sing (Co-Trainer). Als Mannschaftskapitän fungierte Fritz Walter.

SpielerPositionDamaliger VereinGeburtstagSpieleTore
Heinz KubschTorwartFK Pirmasens20.07.193000
Heinrich KwiatkowskiTorwartBorussia Dortmund16.07.192610
Toni TurekTorwartFortuna Düsseldorf18.01.191950
Hans BauerVerteidigung (Innenverteidiger)FC Bayern München28.07.192720
Herbert ErhardtVerteidigung (Mittelläufer)SpVgg Fürth06.07.193000
Werner KohlmeyerVerteidigung (Innenverteidiger)1. FC Kaiserslautern19.04.192450
Fritz LabandVerteidigung (Innenverteidiger)Hamburger SV01.11.192530
Werner LiebrichVerteidigung (Mittelläufer)1. FC Kaiserslautern18.01.192740
Jupp PosipalVerteidigung (Innenverteidiger/Mittelläufer)Hamburger SV20.07.192750
Horst EckelMittelfeld (Außenläufer)1. FC Kaiserslautern08.02.193260
Karl MaiMittelfeld (Außenläufer)SpVgg Fürth27.07.192850
Paul MebusMittelfeld (Außenläufer)1. FC Köln09.06.192010
Karl-Heinz MetznerMittelfeld (Außenläufer)KSV Hessen Kassel09.01.192300
Max MorlockSturm (Halbstürmer)1. FC Nürnberg11.05.192556
Fritz WalterSturm (Halbstürmer)1. FC Kaiserslautern31.10.192063
Ulrich BiesingerSturm (Mittelstürmer)BC Augsburg06.08.193300
Richard HerrmannSturm (Außenstürmer)FSV Frankfurt28.01.192311
Bernhard KlodtSturm (Außenstürmer)FC Schalke 0426.10.192621
Alfred PfaffSturm (Halbstürmer)Eintracht Frankfurt16.07.192611
Helmut RahnSturm (Außenstürmer)Rot-Weiss Essen16.08.192944
Hans SchäferSturm (Außenstürmer)1. FC Köln19.10.192754
Ottmar WalterSturm (Mittelstürmer)1. FC Kaiserslautern06.03.192454

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Mit welcher Aufstellung spielte Deutschland bei der WM 1954?

Die DFB-Auswahl spielte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile im klassischen WM-System. Dabei formieren sich die Abwehrspieler und die Mittelläufer wie ein M, die Stürmer und Halbstürmer wie ein W – das System entspricht etwa einem 3-2-5.

Vor Torhüter Toni Turek war Werner Kohlmeyer in der Abwehr gesetzt. Neben ihm spielten abwechselnd Fritz Laband, Jupp Posipal oder Hans Bauer. Als zentraler Stopper und drittes Glied der Abwehr agierte zumeist der Mittelläufer Werner Liebrich, in zwei Spielen hatte allerdings Jupp Posipal diese Position inne. Außenläufer im Mittelfeld waren Horst Eckel und Karl Mai bzw. Paul Mebus. Der Mittelstürmer im Angriff hieß Ottmar Walter, auf der Position des Halbstürmers spielten Fritz Walter und Max Morlock. Außenstürmer waren Hans Schäfer und Helmut Rahn bzw. Bernhard Klodt. Als Beispiel folgt die deutsche Aufstellung im Finale gegen Ungarn.

Deutsche Aufstellung (Finale, BR Deutschland vs. Ungarn, Endstand: 3:2)

Deutsches WM-Team 1958
Deutsches WM-Team 1958

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Gegen welche Teams spielte Deutschland bei der WM 1954?

Beim Titelgewinn bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz spielte die DFB-Auswahl in der Vorrunde gegen die Türkei (4:1) und Ungarn (3:8). Im Entscheidungsspiel um Platz Zwei musste die deutsche Mannschaft dann erneut gegen die Türkei (7:2) antreten, die zuvor gegen Südkorea gewonnen hatte. Im Viertelfinale traf die DFB-Elf dann auf Jugoslawien (2:0) und im Halbfinale auf Österreich (6:1) Im Finale setzte sich die deutsche Nationalmannschaft schließlich mit 3:2 gegen Ungarn durch. Es folgt eine Auflistung der deutschen Spiele mitsamt der eingesetzten Spieler und Torschützen:

BR Deutschland vs. Türkei (4:1)

Gruppe 2, 1. Spieltag

Tor(e): 0:1 Suat Mamat (2.), 1:1 Hans Schäfer (14.), 2:1 Berni Klodt (52.), 3:1 OttmarWalter (60.), 4:1 Max Morlock (84.)

Details

Datum/Ort: 17.6.1954, 18:00 Uhr in Bern (Stade de Suisse Wankdorf)

Zuschauer: 28.000

Schiedsrichter: José da Costa Vieira (Portugal)


BR Deutschland

Toni Turek – Fritz Laband, Werner Kohlmeyer – Horst Eckel, Jupp Posipal, Karl Mai – Bernhard Klodt, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (Kapitän), Hans Schäfer

Trainer: Sepp Herberger

Türkei

Sabit Seren Turgay (Kapitän) – Ridvan Bolatli, Basri Dirimlili – Mustafa Ertan, Cetin Zeybeck Rober Eryol – Erol Keskin, Suat Mamat, Ismail Feridun, Buhran Sargun, Lefter Kucukandonyadis

Trainer: Sandro Puppo (Italien)

Ungarn vs. BR Deutschland (8:3)

Gruppe 2, 2. Spieltag

Tor(e): 1:0 Sándor Kocsis (3.), 2:0 Ferenc Puskás (17.), 3:0 Sándor Kocsis (21.), 3:1 Alfred Pfaff (26.), 4:1 Nándor Hidegkuti (53.), 5:1 Nándor Hidegkuti (55.), 6:1 Sándor Kocsis (68.), 7:1 József Tóth (74.), 7:2 Helmut Rahn (78.), 8:2 Sándor Kocsis (79.), 8:3 Richard Herrmann (81.)

Details

Datum/Ort: 20.6.1954, 16:50 Uhr in Basel (St. Jakob-Park)

Zuschauer: 56.000

Schiedsrichter: José da Costa Vieira (Portugal)


Ungarn

Gyula Grosics – Jenő Buzánszky, Mihály Lantos – József Bozsik, Gyula Lóránt, József Zakariás – József Tóth, Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti, Ferenc Puskás (Kapitän), Zoltán Czibor

Trainer: Gusztav Sebes

BR Deutschland

Heinrich Kwiatkowski – Hans Bauer, Werner Kohlmeyer – Jupp Posipal, Werner Liebrich, Paul Mebus – Helmut Rahn, Horst Eckel, Fritz Walter (Kapitän), Bernhard Klodt, Alfred Pfaff, Richard Herrmann

Trainer: Sepp Herberger

BR Deutschland vs. Türkei (7:2)

Gruppe 2, Entscheidungsspiel

Tor(e): 1:0 Ottmar Walter (7.), 2:0 Hans Schäfer (12.), 2:1 Mustafa Ertan (21.), 3:1 Max Morlock (30.), 4:1 Max Morlock (60.), 5:1 Fritz Walter (62.), 6:1 Max Morlock (77.), 7:1 Hans Schäfer (79.), 7:2 Lefter Kucukandonyadis (82.)

Details

Datum/Ort: 23.6.1954, 18:00 Uhr in Basel (Hardturm)

Zuschauer: 17.000

Schiedsrichter: Raymond Vicenti (Frankreich)


BR Deutschland

Toni Turek – Fritz Laband, Hans Bauer – Horst Eckel, Jupp Posipal, Karl Mai – Bernhard Klodt, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (Kapitän), Hans Schäfer

Trainer: Sepp Herberger

Türkei

Sükrü Ersoy – Ridvan Bolatli, Basri Dirimlili – Erdem Naci, Cetin Zeybeck, Rober Eryol – Erol Keskin, Lefter Kucukandonyadis (Kapitän), Onarici Necmi, Mustafa Ertan, Coskun Tas

Trainer: Sandro Puppo (Italien)

BR Deutschland vs. Jugoslawien (2:0)

Viertelfinale

Tor(e): 1:0 Ivan Horvat (Eigentor, 9.), 2:0 Helmut Rahn (85.)

Details

Datum/Ort: 27.6.1954, 17:00 Uhr in Genf (Les Charmilles)

Zuschauer: 17.000

Schiedsrichter: Istvan Zsolt (Ungarn)


BR Deutschland

Toni Turek – Fritz Laband, Werner Kohlmeyer – Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai – Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (Kapitän), Hans Schäfer

Trainer: Sepp Herberger

Jugoslawien

Vladimir Beara – Branislav Stankovic, Tomislav Crnković – Zlatko Čajkovski, Ivica Horvat, Vujadin Boškov – Miloš Milutinović, Stjepan Bobek, Rajko Mitić (Kapitän), Bernard Vukas, Branko Zebec

Trainer: Aleksandar Tirnanic

BR Deutschland vs. Österreich (6:1)

Halbfinale

Tor(e): 1:0 Hans Schäfer (31.), 2:0 Max Morlock (47.), 2:1 Erich Probst (51.), 3:1 Fritz Walter (Foulelfmeter, 54.), 4:1 Ottmar Walter (61.), 5:1 Fritz Walter (Foulelfmeter, 64.), 6:1 Ottmar Walter (89.)

Details

Datum/Ort: 30.6.1954, 18:00 Uhr in Basel (St.-Jakob-Park)

Zuschauer: 58.000

Schiedsrichter: Ellis Arthur (England)


BR Deutschland

Toni Turek – Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer – Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai – Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (Kapitän), Hans Schäfer

Trainer: Sepp Herberger

Österreich

Walter Zeman – Gerhard Hanappi, Walter Schleger – Ernst Ocwirk (Kapitän), Ernst Happel, Karl Koller – Robert Körner, Theodor Wagner, Ernst Stojaspal, Erich Probst, Alfred Körner

Trainer: Walter Nausch

BR Deutschland vs. Ungarn (3:2)

Finale

Tor(e): 0:1 Ferenc Puskas (6.), 0:2 Zoltan Czibor (8.), 1:2 Max Morlock (10.), 2:2 Helmut Rahn (18.), 3:2 Helmut Rahn (84.)

Details

Datum/Ort: 4.7.1954, 16:53 Uhr in Bern (Stade de Suisse Wankdorf)

Zuschauer: 62.500

Schiedsrichter: William Ling (England)


BR Deutschland

Toni Turek – Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer – Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai – Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter (Kapitän), Hans Schäfer

Trainer: Sepp Herberger

Ungarn

Gyula Grosics – Mihály Lantos, Jenő Buzánszky – József Bozsik, Gyula Lóránt, József Zakariás – Zoltán Czibor, Sándor Kocsis, Nándor Hidegkuti, Ferenc Puskás (Kapitän), Mihály Tóth

Trainer: Gusztav Sebes

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wer waren die deutschen Torschützen bei der WM 1954?

Der Top-Torjäger der deutschen Auswahl bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 war Max Morlock mit sechs Toren in fünf Partien. Es folgten Hans Schäfer, Helmut Rahn und Ottmar Walter mit jeweils vier Treffern. Insgesamt schoss die deutsche Mannschaft 25 Tore (darunter ein gegnerisches Eigentor) in fünf Spielen und damit fünf pro Partie. Es folgt eine Liste der deutschen Torschützen:

SpielerDamaliger VereinSpieleToreTore erzielt in Partie
Max Morlock1. FC Nürnberg56Deutschland vs. Türkei (Vorrunde, Endstand: 4:1)
4:1 (84.)
Deutschland vs. Türkei (Entscheidungsspiel der Vorrunde, Endstand: 7:2)
3:1 (31.)
4:1 (61.)
6:1 (77.)
Deutschland vs. Österreich (Halbfinale, Endstand 6:1)
2:0 (47.)
Deutschland vs. Ungarn (Finale, Endstand 3:2)
1:2 (10.)
Hans Schäfer1. FC Köln54Deutschland vs. Türkei (Vorrunde, Endstand: 4:1)
1:1 (12.)
Deutschland vs. Türkei (Entscheidungsspiel der Vorrunde, Endstand: 7:2)
2:0 (12.)
7:1 (79.)
Deutschland vs. Österreich (Halbfinale, Endstand 6:1)
1:0 (31.)
Helmut RahnRot-Weiss Essen44Deutschland vs. Ungarn (Vorrunde, Endstand: 3:8)
2:7 (77.)
Deutschland vs. Jugoslawien (Viertelfinale, Endstand: 2:0)
2:0 (84.)
Deutschland vs. Ungarn (Finale, Endstand 3:2)
2:2 (18.)
3:2 (84.)
Ottmar Walter1. FC Kaiserslautern54Deutschland vs. Türkei (Vorrunde, Endstand: 4:1)
3:1 (60.)
Deutschland vs. Türkei (Entscheidungsspiel der Vorrunde, Endstand: 7:2)
1:0 (7.)
Deutschland vs. Österreich (Halbfinale, Endstand 6:1)
4:1 (61.)
6:1 (89.)
Fritz Walter1. FC Kaiserslautern63Deutschland vs. Türkei (Entscheidungsspiel der Vorrunde, Endstand: 7:2)
5:1 (62.)
Deutschland vs. Österreich (Halbfinale, Endstand 6:1)
3:1 (54.)
5:1 (64.)
Bernhard KlodtFC Schalke 0421Deutschland vs. Türkei (Vorrunde, Endstand: 4:1)
2:1 (50.)
Richard HerrmannFSV Frankfurt11Deutschland vs. Ungarn (Vorrunde, Endstand: 3:8)
3:8 (83.)
Alfred PfaffEintracht Frankfurt11Deutschland vs. Ungarn (Vorrunde, Endstand: 3:8)
1:3 (25.)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wer war der Trainer der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1954?

Der Bundestrainer der DFB-Auswahl bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz war Sepp Herberger. Er übernahm den Aufbau der westdeutschen Nationalelf nach dem zweiten Weltkrieg und trainierte die Mannschaft bis ins Jahr 1964. Sein Nachfolger wurde Helmut Schön. Zuvor hatte der gebürtige Mannheimer Herberger bereits von 1936 bis 1942 die Nationalelf des Deutschen Reiches betreut. Von ihm stammen viele berühmt gewordene Fußball-Weisheiten wie „Das Spiel dauert 90 Minuten“ oder „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Was für eine Prämie erhielten die deutschen Nationalspieler für den WM-Sieg 1954?

Die Spieler erhielten für den WM-Sieg 1954 vom DFB jeweils 1.000 DM und zusätzlich eine Spielprämie von 200 Mark pro Einsatz. Darüber hinaus bekamen die WM-Helden von deutschen Unternehmen einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller geschenkt.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis