WM 1994 in USA

Die WM 1994 in den USA war die Fußball-Weltmeisterschaft mit den meisten Zuschauern (3,6 Mio.). Die eigentlich eher zu Baseball und Football neigenden US-Amerikaner erlebten das erste Finale der WM-Geschichte, das per Elfmeterschießen entschieden werden musste. Weltmeister wurde Brasilien, das Nachsehen hatte Italien. Der amtierende Weltmeister aus Deutschland scheiterte im Viertelfinale an Bulgarien (Endstand: 1:2).

Allgemeines zur WM 1994

WM 1994 Statistik

AustragungsortUSA
WeltmeisterBrasilien
Teilnehmer24
Partien52
Tore141
Tore (Ø)2,71
TorschützenkönigOleg Salenko (Russland), Christo Stoitschkow (Russland)
jeweils 6 Tore
Gelbe Karten228
Gelbe Karten (Ø)4,38
Gelb-Rote Karten7
Gelb-Rote Karten (Ø)0,13
Rote Karten8
Rote Karten (Ø)0,15
Zuschauer3.587.538
Zuschauer (Ø)68.991

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Zusammenfassung WM 1994

Prall gefüllte Football-Stadien und wahre Begeisterungsstürme auf den Rängen: Die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA erzielte einen neuen Zuschauerrekord, der bis heute Bestand hat. Insgesamt strömten knapp 3,6 Mio. Stadionbesucher zu den Spielen. Das war eine echte Überraschung, schließlich gilt Fußball auf der anderen Seite des Atlantiks bis heute eher als Kindersport.

Weltmeister nach Elfmeterkrimi

Die Soccer Moms (und Dads) erlebten ein mäßig unterhaltsames Turnier. Immerhin: Das US-amerikanische Team, trainiert von WM-Weltenbummler Bora Milutinović (5 WM-Teilnahmen als Trainer mit fünf verschiedenen Mannschaften), schaffte es bis ins Achtelfinale. Dort scheiterten die US-Boys an Brasilien mit 0:1. Der spätere Weltmeister spielte bei dieser WM geradezu europäisch. Mit einer soliden Hintermannschaft um Carlos Dunga ausgestattet, ließ das Team von Carlos Alberto Parreira nur drei Gegentore zu. Dafür erzielte die Seleção allerdings auch lediglich 11 Treffer. Es konnte daher kaum überraschen, dass das Finale gegen die Mauerkönige aus Italien in einem müden 0:0 mündete. Brasilien gewann schließlich als erstes Team den WM-Pokal durch ein Elfmeterschießen.

Der Stinkefinger

Im Vorfeld des Turniers galt die deutsche Mannschaft allenthalben als Favorit. In der amerikanischen Mittagshitze hatte die bis dahin älteste deutsche WM-Elf (knapp 29 Jahre im Schnitt) jedoch so ihre Mühen. Nach internen Querelen und Skandalen unterlag das DFB-Team dem Außenseiter Bulgarien (1:2) im Viertelfinale. Von der WM 1994 blieb aus deutscher Sicht daher vor allem der ausgestreckte Mittelfinger Stefan Effenbergs im Gedächtnis hängen.

Von Doping und Mord

Mit Argentinien erwischte es einen anderen Titelaspiranten sogar noch schwerer: Nachdem man Diego Maradonna mit Dopingmitteln im Urin ertappt hatte, schied die Albiceleste sang- und klanglos im Achtelfinale mit 2:3 gegen Rumänien aus.

Überschattet wurde das Turnier von dem Mord an Andrés Escobar. Der kolumbianische Verteidiger hatte mit seinem Eigentor gegen die USA maßgeblichen Anteil am vorzeitigen Ausscheiden seiner als Geheimfavorit gehandelten Mannschaft.

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Wo und wann fand die WM 1994 statt?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 wurde vom 17. Juni bis zum 17. Juli in den USA ausgetragen. Im Verlauf des Turniers trafen 24 Mannschaften in
52 Partien aufeinander. Gespielt wurde in den Stadien der Städte Chicago, Dallas, East Rutherford, Foxborough, Orlando, Passadena, Pontiac Stanford und Washington D.C.

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Welche Mannschaften nahmen an der WM 1994 teil?

An der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA nahmen insgesamt 24 Mannschaften teil. Davon kamen 13 aus dem europäischen, vier aus dem südamerikanischen, drei aus dem afrikanischen, zwei aus dem nord- und mittelamerikanischen sowie zwei aus dem asiatischen Verband. Hier kann eine Liste der Teilnehmerländer eingesehen werden:

UEFA (Europa, 13 Teams)

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Rumänien
  • Russland
  • Schweden
  • Schweiz
  • Spanien

CONMEBOL (Südamerika, 4 Teams)

  • Argentinien
  • Bolivien
  • Brasilien
  • Kolumbien

CAF (Afrika, 3 Teams)

  • Kamerun
  • Marokko
  • Nigeria

AFC (Asien, 2 Teams)

  • Saudi-Arabien
  • Südkorea

CONCACAF (Nord-, Mittelamerika und Karibik, 2 Teams)

  • Mexiko
  • USA

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Welche Mannschaft gewann die WM 1994?

Brasilien. Die Seleção sicherte sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA durch einen 3:2-Erfolg im Elfmeterschießen ihren dritten WM-Triumph (nach 1958 und 1962). Es war gleichzeitig das erste Turnier, das im Elfmeterschießen entschieden wurde, nachdem die Partie auch nach 120 Minuten torlos geblieben war.

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Welche Spiele wurden bei der WM 1994 ausgetragen?

Insgesamt wurden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA 52 Partien ausgetragen. In sechs Gruppen à vier Mannschaften spielten die Teilnehmer zunächst um den Einzug in die Finalrunde. Den jeweiligen Tabellenführern, den Tabellenzweiten sowie den vier besten Gruppendritten gelang der Einzug in die nächste Runde. Vom Achtelfinale bis zum Finale (bzw. Spiel um Platz Drei) wurden die Spiele anschließend im K.O.-Modus durchgeführt. Bei der WM 1994 gab es in der Gruppenphase außerdem erstmals drei, statt bisher zwei, Punkte für einen Sieg. Der komplette Spielplan kann hier eingesehen werden:

WM 1994 – Spiele & Ergebnisse

Vorrunde
Gruppe A
  • USA vs. Schweiz (1:1)
  • Kolumbien vs. Rumänien (1:3)
  • Rumänien vs. Schweiz (1:4)
  • USA vs. Kolumbien (2:1)
  • USA vs. Rumänien (0:1)
  • Schweiz vs. Kolumbien (0:2)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Rumänien365:5
2.Schweiz345:4
3.USA343:3
4.Kolumbien334:5
Gruppe B
  • Kamerun vs. Schweden (2:2)
  • Brasilien vs. Russland (2:0)
  • Brasilien vs. Kamerun (3:0)
  • Schweden vs. Russland (3:1)
  • Russland vs. Kamerun (6:1)
  • Brasilien vs. Schweden (1:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Brasilien376:1
2.Schweden356:4
3.Russland337:6
4.Kamerun3103:11
Gruppe C
  • Deutschland vs. Bolivien (1:0)
  • Spanien vs. Südkorea (2:2)
  • Deutschland vs. Spanien (1:1)
  • Südkorea vs. Bolivien (0:0)
  • Bolivien vs. Spanien (1:3)
  • Deutschland vs. Südkorea (3:2)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Deutschland375:3
2.Spanien356:4
3.Südkorea324:5
4.Bolivien311:4
Gruppe D
  • Argentinien vs. Griechenland (4:0)
  • Nigeria vs. Bulgarien (3:0)
  • Argentinien vs. Nigeria (2:1)
  • Bulgarien vs. Griechenland (4:0)
  • Griechenland vs. Nigeria (0:2)
  • Argentinien vs. Bulgarien (0:2)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Nigeria366:2
2.Bulgarien366:3
3.Argentinien366:3
4.Griechenland3000:10
Gruppe E
  • Italien vs. Irland (0:1)
  • Norwegen vs. Mexiko (1:0)
  • Italien vs. Norwegen (1:0)
  • Mexiko vs. Irland (2:1)
  • Irland vs. Norwegen (0:0)
  • Italien vs. Mexiko (1:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Mexiko343:3
2.Irland342:2
3.Italien342:2
4.Norwegen341:1
Gruppe F
  • Belgien vs. Marokko (1:0)
  • Niederlande vs. Saudi-Arabien (2:1)
  • Belgien vs. Niederlande (1:0)
  • Saudi-Arabien vs. Marokko (2:1)
  • Marokko vs. Niederlande (1:2)
  • Belgien vs. Saudi-Arabien (0:1)
PlatzMannschaftSpielePunkteTore
1.Niederlande364:3
2.Saudi-Arabien364:3
3.Belgien362:1
4.Marokko302:5
Finalrunde
Achtelfinale
  • Deutschland vs. Belgien (3:2)
  • Spanien vs. Schweiz (3:0)
  • Saudi-Arabien vs. Schweden (1:3)
  • Rumänien vs. Argentinien (3:2)
  • Niederlande vs. Irland (2:0)
  • Brasilien vs. USA (1:0)
  • Nigeria vs. Italien (1:2 n. V., 1:1)
  • Mexiko vs. Bulgarien (1:3 i. E., 1:1 n. V., 1:1)
Viertelfinale
  • Italien vs. Spanien (2:1)
  • Niederlande vs. Brasilien (2:3)
  • Bulgarien vs. Deutschland (2:1)
  • Rumänien vs. Schweden (4:5 i. E., 2:2 n. V., 1:1)
Halbfinale
  • Bulgarien vs. Italien (1:2)
  • Schweden vs. Brasilien (0:1)
Spiel um Platz Drei
  • Schweden vs. Bulgarien (4:0)
Finale

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Wer schoss bei der WM 1994 die meisten Tore?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA teilten sich der Russe Oleg Salenko und der Bulgare Christo Stoitschkow den ersten Platz in der Torschützenliste. Auf den weiteren Plätzen landeten mit Kennet Andersson, Roberto Baggio, Jürgen Klinsmann und Romário gleich fünf Spieler mit jeweils fünf Treffern. Insgesamt fielen 141 Tore in 52 Partien (2,7 Tore pro Spiel). Es folgt eine Liste der neun erfolgreichsten Torjäger:

RangSpieler (Mannschaft)SpieleToreTore pro Spiel
1Oleg Salenko (Russland)362
2Christo Stoitschkow (Bulgarien)760,86
3Jürgen Klinsmann (Deutschland)551
4Kennet Andersson (Schweden)650,83
5Roberto Baggio (Italien)750,71
Romário (Brasilien)750,71
7Gabriel Batistuta (Argentinien)441
Florin Răducioiu (Rumänien)441
9Martin Dahlin (Schweden)540,8

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Wer war der beste Spieler bei der WM 1994?

Zum besten Spieler der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 wurde der Brasilianer Romário gewählt. Der Stürmer erzielte fünf der insgesamt elf brasilianischen Tore.

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Was war das Maskottchen bei der WM 1994?

Zum ersten Mal seit 1966 wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 wieder ein Tier als Maskottchen eingesetzt. Der Hund Striker markierte gleichzeitig den Durchbruch der Kostümierung. Er trat nicht nur als Komikfigur im Fernsehen, sondern auch als lebensgroße Plüschversion in den Stadien auf. Die USA konnten davon sportlich jedoch nicht profitieren – das Team scheiterte im Achtelfinale am späteren Weltmeister aus Brasilien.

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Was war der offizielle Song der WM 1994?

Der offizielle Song der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA war Gloryland von Daryl Hall und den Sounds of Blackness. Das Lied verfing (zumindest in Deutschland) nicht. Gloryland erreichte keine Platzierung in den Top 100-Single-Charts.

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Was war der offizielle Ball der WM 1994?

Questra. Der Ball zur Fußball-Weltmeisterschaft vom Sportartikelhersteller adidas sollte den Spielern den „Quest for Stars“, sprich: „den Griff nach den Sternen“, ermöglichen. Kleine Sternchen und planetenförmige Gebilde auf dem Ball symbolisierten diesen Anspruch. Als Weiterentwicklung der bisherigen vollsynthetischen Bälle wurden ihm insbesondere kopfballstoßdämpfende Eigenschaften zugesprochen.

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Warum wurde Andrés Escobar ermordet?

Der kolumbianische Verteidiger hatte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 im entscheidenden Spiel der Vorrunde gegen die USA ein Eigentor verschuldet – das südamerikanische Team verlor daraufhin mit 1:2 und schied vorzeitig aus dem Turnier aus.

Kolumbien galt im Vorfeld aufgrund eines 5:0-Sieges gegen Argentinien in der Qualifikation als WM-Geheimfavorit. Umso herber war die Enttäuschung bei Escobars Landsleuten. Am 2. Juli wurde er auf dem Parkplatz eines Restaurants in Medellín erschossen. Der anschließend gefasste Täter, Humberto Muñoz Castro, kam aus der Szene der Drogenbosse mit Verbindung zu Wettsyndikaten. Bis heute ist unklar, ob er den Mord als aufgebrachter Fan oder im Auftrag der kolumbianischen Wettspielmafia beging.

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Deutsche Fußball­nationalmannschaft

Wie schnitt Deutschland bei der WM 1994 ab?

Das erste gesamtdeutsche Team erreichte bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA das Viertelfinale. Hier verlor der amtierende Weltmeister mit 1:2 gegen Bulgarien und schied somit vorzeitig aus.

Turniermannschaft erhält Dämpfer

Sportlich betrachtet war die Niederlage gegen Bulgarien vor allen Dingen ärgerlich, schließlich war die DFB-Auswahl, durch einen von Lothar Matthäus verwandelten Elfmeter, mit 1:0 in Führung gegangen und verpasste kurze Zeit später, nach Pfostenschuss von Andreas Möller, nur knapp das 2:0.

Allerdings war das Turnier bis dahin auch nicht besonders rosig verlaufen: Am Ende der Vorrunde standen zwei mühevolle Siege gegen die Fußball-Zwerge Bolivien (1:0) und Südkorea (3:2) sowie ein 1:1 gegen ein spanisches Team, das 1994 noch nicht zur Beletage der Topmannschaften gehörte. Für Schlagzeilen sorgte in erster Linie der ausgestreckte Mittelfinger von Stefan Effenberg, der Stinkefinger. Die überalterte deutsche Elf (Altersdurchschnitt: 29 Jahre) überzeugte sportlich erst im Achtelfinale gegen Belgien (3:2). Damit schien sie wieder einmal ihrem Ruf als Turniermannschaft gerecht zu werden. Doch dann beendeten die Bulgaren Christo Stoitschkow und Jordan Letschkow den deutschen Traum von der Titelverteidigung binnen vier Minuten.

Reaktionen auf das WM-Aus

Dieses Ergebnis versetzte die deutsche Mannschaft in Aufruhr: Mit Rudi Völler, Andreas Brehme, Guido Buchwald, Stefan Effenberg und Bodo Illgner traten gleich fünf Spieler direkt im Anschluss an das Spiel zurück. Auch die deutsche Öffentlichkeit reagierte entsetzt, galt die DFB-Elf doch im Vorfeld als Turnierfavorit. Rücktrittsforderungen an Bundestrainer Berti Vogts wurden laut, fanden aber bei DFB-Präsident Egidius Braun kein Gehör.

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Wer stand im Kader der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1994?

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA reiste das deutsche Team mit einem Kader von 22 Spielern. An allen fünf Spielen der Nationalmannschaft nahmen Bodo Illgner, Thomas Berthold, Andreas Brehme, Jürgen Kohler, Lothar Matthäus, Thomas Häßler und Jürgen Klinsmann teil. Kapitän der Mannschaft war Lothar Matthäus, trainiert wurde die DFB-Auswahl von Berti Vogts (Bundestrainer). Es folgt eine Auflistung des Kaders:

Spieler (Rückennummer)PositionDamaliger VereinGeburtstagSpieleTor
Bodo Illgner (1)Torwart1. FC Köln07.04.196750
Oliver Kahn (22)TorwartKarlsruher SC15.06.196900
Andreas Köpke (12)Torwart1. FC Nürnberg12.03.196200
Thomas Berthold (14)Verteidigung (Außenverteidiger)VfB Stuttgart12.11.196450
Andreas Brehme (3)Verteidigung (Außenverteidiger)1. FC Kaiserslautern09.11.196050
Thomas Helmer (5)Verteidigung (Innenverteidiger)FC Bayern München21.04.196530
Jürgen Kohler (4)Verteidigung (Innenverteidiger)Juventus Turin06.10.196550
Lothar Matthäus (10)Verteidigung (Libero)FC Bayern München21.03.196151
Guido Buchwald (6)Defensives MittelfeldVfB Stuttgart24.01.196130
Matthias Sammer (16)Defensives MittelfeldBorussia Dortmund05.09.196740
Thomas Strunz (2)Defensives MittelfeldVfB Stuttgart25.04.196830
Martin Wagner (17)Defensives Mittelfeld1. FC Kaiserslautern24.02.196820
Stefan Effenberg (20)Zentrales MittelfeldAC Florenz02.08.196830
Maurizio Gaudino (15)Zentrales MittelfeldEintracht Frankfurt12.12.196600
Mario Basler (21)Offensives MittelfeldWerder Bremen18.12.196810
Thomas Häßler (8)Offensives MittelfeldAS Rom30.05.196650
Andreas Möller (7)Offensives MittelfeldJuventus Turin02.09.196740
Ulf Kirsten (19)Sturm (Mittelstürmer)Bayer 04 Leverkusen04.12.196500
Jürgen Klinsmann (18)Sturm (Mittelstürmer)AS Monaco30.07.196455
Stefan Kuntz (11)Sturm (Mittelstürmer)1. FC Kaiserslautern30.10.196210
Karl-Heinz Riedle (9)Sturm (Mittelstürmer)Borussia Dortmund16.09.196521
Rudi Völler (13)Sturm (Mittelstürmer)Olympique Marseille13.04.196032

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Mit welcher Aufstellung spielte Deutschland bei der WM 1994?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA spielte Deutschland in einem klassischen 3-5-2 System. Vor Torhüter Bodo Ilgner füllte Lothar Matthäus die Rolle des Liberos hinter der Abwehr aus. Die Verteidigung komplettierten Jürgen Kohler und wahlweise Thomas Berthold bzw. Thomas Helmer. Im zentralen Mittelfeld agierte zumeist Guido Buchwald. Die beiden Außenbahnen waren abwechselnd mit Martin Wagner, Andreas Brehme, Thomas Berthold oder Stefan Effenberg besetzt. Im offensiven Mittelfeld setzte Bundestrainer Vogts häufig auf Thomas Häßler, Andreas Möller bzw. Matthias Sammer. Im Angriff war Jürgen Klinsmann gesetzt; neben ihm stürmte Karl-Heinz Riedle oder Rudi Völler. Als Beispiel folgt die taktische Aufstellung der deutschen Mannschaft im Viertelfinale gegen Bulgarien.

Deutsche Aufstellung (Viertelfinale, Bulgarien vs. Deutschland, Endstand: 2:1)

Deutsches WM-Team 1994
Deutsches WM-Team 1994

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Gegen welche Teams spielte Deutschland bei der WM 1994?

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 traf Deutschland zunächst in der Gruppe C der Vorrunde auf Bolivien (1:0), Spanien (1:1) und Südkorea (3:2). Anschließend gewann die DFB-Elf ihr Achtelfinale gegen Belgien mit 3:2, ehe sie im Viertelfinale gegen Bulgarien ausschied (1:2). Es folgt eine Auflistung der Spiele mit deutscher Beteiligung:

Deutschland vs. Bolivien (1:0)

Gruppe C, 1. Spieltag

Tor(e): 1:0 Jürgen Klinsmann (61.)

Gelbe Karte: Jürgen Kohler (6.), Vladimir Soria (37.), Julio César Baldivieso (39.), Andreas Möller (54.), Carlos Fernando Borja (66.), Gustavo Quinteros (89.)

Rote Karte: Marco Etcheverry (82.)

Details

Datum/Ort: 17.6.1994, 21:00 Uhr (MESZ) in Chicago (Soldier Field)

Zuschauer: 63.117

Schiedsrichter: Arturo Brizio Carter (Mexiko)


Deutschland

Bodo Illgner − Lothar Matthäus (Kapitän) − Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Andreas Brehme − Thomas Häßler (83. Thomas Strunz), Matthias Sammer, Andreas Möller, Stefan Effenberg − Jürgen Klinsmann, Karl-Heinz Riedle (60. Mario Basler)

Trainer: Berti Vogts

Bolivien

Carlos Trucco − Gustavo Quinteros − Miguel Rimba, Marco Sandy, Vladimir Soria − Carlos Fernando Borja (Kapitän), José Milton Melgar, Luis Ramallo (79. Marco Etcheverry), Erwin Sánchez − Luis Cristaldo, Julio César Baldivieso (66. Jaime Moreno)

Trainer: Xabier Azkargorta

Deutschland vs. Spanien (1:1)

Gruppe C, 2. Spieltag

Tor(e): 0:1 Jon Andoni Goikoetxea (14.), 1:1 Jürgen Klinsmann (48.)

Gelbe Karte: Julio Salinas (15.), Abelardo (38.), Fernando Hierro (53.), Stefan Effenberg (70.)

Details

Datum/Ort: 21.6.1994, 22:00 Uhr (MESZ) in Chicago (Soldier Field)

Zuschauer: 63.113

Schiedsrichter: Ernesto Filippi (Uruguay)


Deutschland

Bodo Illgner − Lothar Matthäus (Kapitän) − Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Andreas Brehme − Thomas Häßler, Thomas Strunz, Matthias Sammer, Stefan Effenberg − Andreas Möller (61. Rudi Völler) − Jürgen Klinsmann

Trainer: Berti Vogts

Spanien

Andoni Zubizarreta (Kapitän) − Albert Ferrer, Abelardo, Fernando Hierro, Rafael Alkorta, Sergi − Jon Andoni Goikoetxea (65. José Mari Bakero), Pep Guardiola (77. Francisco José Camarasa), José Luis Caminero, Luis Enrique − Julio Salinas

Trainer: Javier Clemente

Deutschland vs. Südkorea (3:2)

Gruppe C, 3. Spieltag

Tor(e): 1:0 Jürgen Klinsmann (12.), 2:0 Karl-Heinz Riedle (20.), 3:0 Jürgen Klinsmann (37.), 3:1 Hwang Seon-hong (52.), 3:2 Hong Myung-bo (63.)

Gelbe Karte: Andreas Brehme (24.), Jürgen Klinsmann (28.), Stefan Effenberg (44.), Choi Young-il (89.)

Details

Datum/Ort: 27.6.1994, 22:00 Uhr (MESZ) in Dallas (Cotton Bowl Stadium)

Zuschauer: 63.998

Schiedsrichter: Joël Quiniou (Frankreich)


Deutschland

Bodo Illgner − Lothar Matthäus (Kapitän, 64. Andreas Möller) − Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Guido Buchwald, Andreas Brehme − Thomas Häßler, Matthias Sammer, Stefan Effenberg (75. Thomas Helmer) − Jürgen Klinsmann, Karl-Heinz Riedle

Trainer: Berti Vogts

Südkorea

Choi In-young (Kapitän, 46. Lee Woon-jae) − Hong Myung-bo − Kim Pan-keun, Choi Young-il, Park Jung-bae − Kim Joo-sung, Cho Jin-ho (46. Seo Jung-won), Lee Young-jin (39. Chung Jong-son), Ko Jeong-woon, Shin Hong-gi − Hwang Seon-hong

Trainer: Kim Ho

Deutschland vs. Belgien (3:2)

Achtelfinale

Tor(e): 1:0 Rudi Völler (6.), 1:1 Georges Grün (8.), 2:1 Jürgen Klinsmann (11.), 3:1 Rudi Völler (40.), 3:2 Philippe Albert (90.)

Gelbe Karte: Thomas Helmer (13.), Martin Wagner (37.), Philippe Albert (38.)

Details

Datum/Ort: 2.7.1994, 19 Uhr (MESZ) in Chicago (Soldier Field)

Zuschauer: 60.246

Schiedsrichter: Kurt Röthlisberger (Schweiz)


Deutschland

Bodo Illgner − Thomas Helmer – Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Guido Buchwald – Thomas Häßler, Lothar Matthäus (Kapitän, 46. Andreas Brehme), Matthias Sammer, Martin Wagner − Jürgen Klinsmann (86. Stefan Kuntz), Rudi Völler

Trainer: Berti Vogts

Belgien

Michel Preud’homme − Georges Grün (Kapitän), Rudi Smidts (66. Danny Boffin), Philippe Albert, Michel De Wolf − Franky van der Elst, Lorenzo Staelens, Enzo Scifo, Marc Emmers − Josip Weber, Luc Nilis (77. Alexandre Czerniatynski)

Trainer: Paul Van Himst

Bulgarien vs. Deutschland (2:1)

Viertelfinale

Tor(e): 0:1 Matthäus (47., Foulelfmeter), 1:1 Stoitschkow (75.), 2:1 Letschkow (78.)

Gelbe Karte: Thomas Helmer (14.), Martin Wagner (15.), Trifon Iwanow (22.), Thomas Häßler (49.), Jürgen Klinsmann (50.), Christo Stoitschkow (82.), Borislaw Michajlow (85.), Rudi Völler (89.)

Details

Datum/Ort: 10.7.1994, 18 Uhr (MESZ) in East Rutherford (Giants Stadium)

Zuschauer: 72.000

Schiedsrichter: José Torres Cadena (Kolumbien)


Bulgarien

Borislaw Michajlow (Kapitän) − Petar Chubtschew − Zanko Zwetanow, Trifon Iwanow, Ilian Kiriakow − Jordan Letschkow, Slatko Jankow, Nasko Sirakow, Krassimir Balakow − Emil Kostadinow (89. Bontscho Guentschew), Christo Stoitschkow (84. Iwajlo Jordanow)

Trainer: Dimitar Penew

Deutschland

Bodo Illgner − Lothar Matthäus (Kapitän) − Thomas Berthold, Jürgen Kohler, Thomas Helmer − Thomas Häßler (83. Andreas Brehme), Guido Buchwald, Andreas Möller, Martin Wagner (59. Thomas Strunz) − Rudi Völler, Jürgen Klinsmann

Trainer: Berti Vogts

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Wer waren die deutschen Torschützen bei der WM 1994?

Mit Jürgen Klinsmann stach ein deutscher Stürmer bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 besonders hervor: fünf Tore erzielte der häufig lächelnde Sunnyboy und war damit der beste deutsche Torschütze vor Rudi Völler mit zwei Treffern. Insgesamt schoss die deutsche Mannschaft im Verlauf des Turniers neun Tore. Es folgt eine Liste der deutschen Torschützen:

Name
(Position)
Damaliger VereinSpieleToreTore erzielt in Partie:
Jürgen Klinsmann (Mittelstürmer)AS Monaco55Deutschland vs. Bolivien (Vorrunde, Gruppe C, 1. Spieltag, Endstand: 1:0)
1:0 (61.)
Deutschland vs. Spanien (Vorrunde, Gruppe C, 2. Spieltag, Endstand: 1:1)
1:1 (48.)
Deutschland vs. Südkorea (Vorrunde, Gruppe C, 3. Spieltag, Endstand: 3:2)
1:0 (12.)
3:0 (37.)
Deutschland vs. Belgien (Achtelfinale, Endstand: 3:2)
2:1 (11.)
Rudi Völler
(Mittelstürmer)
Olympique Marseille32Deutschland vs. Belgien (Achtelfinale, Endstand: 3:2)
1:0 Rudi Völler (6.)
3:1 Rudi Völler (40.)
Lothar Matthäus
(Libero)
FC Bayern München51Bulgarien vs. Deutschland (Viertelfinale, Endstand: 2:1)
0:1 (47., Foulelfmeter)
Karl-Heinz Riedle (Mittelstürmer)Borussia Dortmund21Deutschland vs. Südkorea (Vorrunde, Gruppe C, 3. Spieltag, Endstand: 3:2)
2:0 (20.)

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Welches Lied sang die deutsche Nationalmannschaft im Vorfeld der WM 1994?

Far away in America hieß der Song, den die deutsche Nationalmannschaft anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 gemeinsam mit der amerikanischen Band Village People zum Besten gab. Auch wenn die singenden Kicker im Hintergrund etwas deplatziert wirkten, schaffte es der Hit im Sommer 1994 immerhin auf Platz 44 der deutschen Single-Charts. Der Auftritt von Klinsi, Völler und Co. sollte (bislang) die letzte Sangeseinlage einer DFB-Elf bleiben.

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Was ist mit dem Stinkefinger gemeint?

In der 65. Spielminute der Partie Deutschland gegen Südkorea (Endstand: 3:2) wechselte Bundestrainer Berti Vogts Stefan Effenberg aus. Die Leistung der deutschen Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt insgesamt schwach. Nach einer 3:0 Halbzeitführung schnupperten die Südkoreaner nach zwei schnellen Toren am Ausgleich. Die Auswechslung des Tigers wurde daher mit Pfiffen und Buhrufen der mitgereisten deutschen Fans quittiert. Effenberg reagiert prompt und reckte den Zuschauern seinen gestreckten Mittelfinger entgegen.

Folgen der Fan-Schelte

Berti Vogts strich ihn daraufhin aus dem deutschen Kader. Des Weiteren gab der Bundestrainer vor der versammelten Weltpresse bekannt, dass Stefan Effenberg, unter seiner Führung, nie wieder in der Nationalmannschaft spielen werde. Eine Ankündigung, die Vogts später zurücknehmen sollte. Nach der missglückten WM 1998 gab der Tiger ein kurzes Comeback im Dress des DFB. Nach zwei desaströsen Partien gegen Malta (2:1) und Rumänien (1:1) trat er jedoch nach wenigen Tagen erneut zurück, gefolgt von Berti Vogts.

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